Sonntag, 29. April 2018

Karl Marx - ein deutscher Prophet - sehr persönliche Gedanken anlässlich seines bevorstehenden 200. Geburtstages


Gestern zeigte Arte anlässlich des bevorstehenden 200. Geburtstages des Mannes das aufwendig inszenierte Doku-Drama „Karl Marx – der deutsche Prophet“ von Christian Twente (Regie) und Peter Hartl (Buch) mit Mario Adorf in der Rolle von Karl Marx.
Der Film wird aus der Perspektive seiner Tochter erzählt. In der Erinnerung an Wilhelm Weitling, der in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts in der Brüsseler Zeit der beiden angehenden „Revolutionäre“, so Engels, ein „Wanderprediger war, der ein Rezept zur Verwirklichung des Himmels auf Erden in der Tasche trug“, sagte die Tochter an einer Stelle: „Wer nicht bereit war, den Ideen meines Vaters bedingungslos zu folgen, der hatte einen schweren Stand. Seine eigene Weltsicht war für Karl Marx Gesetz.“(Minute 1:06:55). Sie fährt fort: „Allzu viel Zeit hat mein Vater damit verbracht, abweichende Meinungen, bevorzugt von Seiten politischer Gefährten, zu bekämpfen mit geradezu inbrünstiger Streitsucht.“ (Minute 1:07:45).
Diese Intoleranz erlebe ich bis heute bei vielen Linken, die nicht dazu zu bewegen sind, ihre Ansichten zu überdenken. Der Marxismus ist so zum Dogma geworden, das bis heute wie ein Gespenst durch die Köpfe geistert.
Der Biograf und Historiker Rolf Holsfeld („Karl Marx. Philosph und Revolutionär“) erzählt: „Der mit Marx befreundete Russe Pawlanenko, der bei der Auseinandersetzung mit Weitling dabei war, schrieb dann anschließend, Marx war fest überzeugt von seiner Mission, die Geister zu beherrschen, ihnen seinen Willen aufzuzwingen und sie mitzureißen. ‚Vor mir stand die Verkörperung des demokratischen Diktators‘. Tatsächlich hat Marx nichts neben sich gelten lassen an Meinungen. Er war fest davon überzeugt, er ist derjenige, der den Schlüssel zum Rätsel der Geschichte tatsächlich gefunden hat. Davon war er schon sehr früh überzeugt. Er hat das auch immer in einer sehr unnachgiebigen, zum Teil harschen Weise anderen gegenüber zum Ausdruck gebracht.“
In der anschließenden Dokumentation „Karl Marx und seine Erben“ von Peter Dörfler kommt der Schriftsteller Peter Schneider („Lenz“, 1973)[1] zu Wort: Er sagt: „Es gibt im ganzen marxschen Gebäude keinen Satz von dieser Einfachheit: ‚Du sollst nicht töten‘. Es gibt kein Prinzip, das es dir verbieten würde, im Namen der Revolution eine beliebige Anzahl von Menschen zu töten und umzubringen und dieses Fehlen jeder Ethik ist natürlich ein furchtbarer Makel, der dem ganzen Gebäude innewohnt.“ (Minute 36:14).
Lena saß neben mir und hatte eigentlich keine Lust, diese Dokumentationen anzuschauen. Sie hatte als junges Mädchen die Lügen des Systems durchschaut und glaubte nicht an die Versprechungen, die ihre Lehrer nicht müde wurden zu verkünden,  dass nach der Übergangsphase des Sozialismus die Menschen in einem kommunistischen Paradies leben würden, wo alle gleich sein würden und niemand mehr arbeiten müsse.
Lena hätte viel lieber die Fortsetzungen von Angelique angeschaut.
Am Sonntagmorgen beim Frühstück erzählte ich ihr ein wenig von unserer gestrigen Lektüre des fünften Vortrages aus dem ersten Band der Karma-Vorträge von Rudolf Steiner (Vortrag vom 1. März 1924, GA 235), ja, ich las ihr sogar einige Abschnitte daraus vor. Schließlich kam ich an folgende Stelle:
„Sehen Sie, die Psychoanalyse hat manche wirklich schreckliche Sumpfblüte getrieben; unter anderem zum Beispiel auch das (…), dass im (…) Unterbewussten jeder Sohn in seine Mutter (…) und jede Tochter in den Vater verliebt ist, und dass das Lebenskonflikte gäbe in den unterbewussten Provinzen der Seele.  Nun, das sind natürlich dilettantische Lebensinterpretationen. Was aber wahr ist, das ist, dass der Mensch, schon bevor er heruntersteigt zum irdischen Dasein, in seine Eltern verliebt ist, dass er heruntersteigt, weil sie ihm gefallen. Nur muss man natürlich das Urteil, das die Menschen hier auf Erden haben über das Leben, unterscheiden von dem Urteil, das die Menschen haben außer dem irdischen Leben, zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, über das Leben“ (S 88)
Lena fragte: „was sind denn das für Märchen?“
Und dann brach es aus ihr hervor und sie erinnerte sich an die unzähligen Kinder, die in sowjetischen Zeiten abgetrieben wurden. Sie nannte es einen reinen „Schlachthof“. Dann erzählte sie von einem Mädchen, das mit 14 Jahren ein Kind von einem zwei Jahre älteren Jungen erwartete. Sie hat sie im Krankenhaus getroffen, wo sie selbst eine Abtreibung vornehmen lassen wollte. Das Mädchen war bereits im achten Monat schwanger und der Freund hatte sich von ihr abgewendet. Ihr blieb nichts anderes übrig, als das beinahe ausgewachsene Kind töten zu lassen. Und das, so sagte Lena, war kein Einzelfall, auch wenn es offiziell nicht erlaubt war, Embryos in diesem fortgeschrittenen Stadium abzutreiben. Das war für Lena eindeutig Mord.
(Nachtrag vom 5.5.2018: In der Sendung „Karl-Marx und Jenny“ im Feature „Wissen“ des SWR2 erfahre ich am 04.05.2018 eine Tatsache, die mich erstaunt. Marx‘ Frau Jenny von Westfalen, eine Baronesse und Halbschwester des preußischen Innenministers, soll, so erläutert der Historiker Jörn Schütrumpf, in London „Abtreibungen organisiert haben“. Vermutlich waren es Kinder von Frauen, mit denen der notorische Fremdgänger Marx ein Verhältnis gehabt hat. Er hat ja auch einen illegitimen Sohn (Bastard) von seiner Haushälterin Helene Demuth.
https://www.swr.de/-/id=21400438/property=download/nid=660374/rhzw9q/swr2-wissen-20180504.pdf S 7)

In diesem Augenblick erhielt ich wie eine Erleuchtung die Antwort auf die Frage, warum so viele russische Männer Wodka trinken. Diese Frage trage ich schon lange mit mir herum und frage immer wieder russische oder russlanddeutsche Bekannte. Aber niemand konnte mir bisher eine Antwort geben.
Nun war es mir auf einmal klar: nicht nur die Frauen waren in der kommunistischen Sowjetunion schuldig geworden, sondern in viel größerem Maße auch die Männer. Ihr Gewissen meldete sich und die innere Stimme konnte bald nicht mehr anders unterdrückt werden als durch regelmäßigen Wodka-Genuss.
Ich liebe die russischen Menschen.
Schon vor 50 Jahren habe ich deswegen an unserem Gymnasium die Russisch-AG besucht. Dass ich mit 63 Jahren sogar eine russische Frau kennen gelernt habe, die nun meine geliebte Freundin ist, und die eben genau in jenem Jahr 1968 geboren wurde, als ich meinen Russischkurs machte, sehe ich als eine besondere Gnade meines Schicksals. Seitdem interessiert mich die Geschichte des kommunistischen Sowjetsystems und seiner Begründer.
Seitdem ist auch Karl Marx, der „deutsche Prophet“, der mit seiner Ideologie so viel Unheil über das russische Volk gebracht hat, wieder von Interesse für mich. Seitdem studiere ich russische Geschichte des 20. Jahrhunderts und muss leider erkennen, dass die eigentlichen Ideologen des Kommunismus in Russland in erster Linie atheistische Juden waren, die nicht nur ihren eigenen mosaischen Glauben, sondern noch viel mehr das Christentum hassten. Sie haben Millionen Menschen aktiv oder passiv getötet und unendliches Leid über das von Natur aus tief christliche russische Volk gebracht.
Sicher hatte auch das einen Sinn im großen göttlichen Plan. Aber dennoch fließen bei mir immer, wenn ich von all diesen leidvollen Schicksalen höre, Tränen und ich frage mich, wie wird Gott diese Untaten einstmals „vergelten“.
Ich bin nicht für Rache, aber Karma wird auch hier walten, und ich bin sicher: irgendwann werden die Taten und Gedanken jener Menschen, die sich Karl Marx als neuen Propheten erwählt haben, auf sie zurückfallen.

Samstag, 31. März 2018

Eine katholische Osternachtsfeier in der Nikolauskirche der Comburg


Wir waren also gestern bei dem Osterhochfest in der Nikolauskirche auf der Comburg.
Wir sind bereits um 19.30 Uhr losgefahren, um noch einen guten Platz in der ersten Reihe zu bekommen, denn ich ahnte, dass die Kirche voll sein würde. Und sie füllte sich im Laufe des Abends tatsächlich mit vielen hundert Menschen.
In der zunehmenden Abenddämmerung warteten wir bis zum offiziellen Beginn um 20.30 Uhr. Nun saßen wir tatsächlich komplett im Dunkeln. Jeder Besucher hatte beim Eintritt eine Kerze bekommen und ein Festprogramm mit dem Abdruck einer schönen russischen Ikone auf der Titelseite („Christus am Karsamstag im Limbus“). Wir hatten einen Platz in der ersten Bankreihe der linken (nördlichen) Seite bekommen, die traditionell die Taufsteinseite ist.
Nach 20.30 Uhr wurde es ruhig in der vollen Kirche und das vierteilige Programm begann. Der Priester zog mit seinen Ministranten und einer großen brennenden Osterkerze durch den Mittelgang zum Hauptaltar mit dem romanischen Antependium, über dem der heruntergelassene Radleuchter schwebte.
Ich hatte ihn mir gleich nach unserer Ankunft noch einmal im Detail angeschaut, weil er sich ja gewöhnlich in unerreichbarer Höhe befindet. Ich bewunderte die beinahe vollplastischen Köpfe der Figuren in den Türmen, die bisweilen sogar eine leichte Drehung nach rechts machen. Nur die Köpfe sind dreidimensional; die Körper gehen nach unten in die Fläche über. Es sind Ritter mit Schild und Lanze oder Heilige. Über den Toren der Türme schauen weitere Figuren aus Fenstern heraus, die nur bis zum Oberkörper zu sehen sind. Diese haben ebenfalls meist Waffen in der Hand. Jede Figur ist individuell gestaltet, so auch die Propheten und Könige auf den Medaillons zwischen den Türmen.
Mein Herz schlägt höher, als ich von Turm zu Turm um den ganzen Leuchter herum schreite, obwohl es eigentlich verboten war, wie ich am Schluss von einer Helferin erfahre.
Allmählich wurden die Kerzen im Kirchenschiff entzündet und zwar vom Altar aus nach hinten. Jeder gab dabei sein Licht weiter an den Nachbarn, bis alle Lichter brannten.
Schon das war eine Erfahrung, die ich so noch nie gemacht habe, und ich denke ans Mittelalter, als es noch keinen Strom gab und als die Kirche nur von unzähligen Bienenwachskerzen erleuchtet wurde. Heute sind es durchweg weiße Stearinkerzen, auch wenn der Pfarrer von Bienenwachs redete.
Nun konnte der Gottesdienst mit einer Lesung aus der Genesis beginnen. Danach setzte die Orgel ein und die Gemeinde sang das erste Lied: „Gott gab uns Atem, damit wir leben.“ Mir fiel auf, dass die Verse über die erste Erschaffung des Menschen nicht korrekt wiedergegeben wurden, so dass man den Eindruck haben konnte, dass Gott gleich von Anfang an zwei Menschen, einen Mann und eine Frau, geschaffen hätte, denen er den Auftrag gegeben habe, über die übrige Schöpfung zu „herrschen“.
So steht es aber nicht in der Schöpfungsgeschichte, sondern es steht da, dass Gott den Menschen „männlich-weiblich“ schuf. Solche Verzerrungen der Wahrheit sind typisch für die katholische Kirche und es wundert mich nicht, dass immer weniger Menschen in die Kirche gehen. Sie können dem, was dort verkündet wird, einfach nicht mehr glauben, und zwar mit Recht, weil es Lüge ist. Das ist mir bei diesem Gottesdienst insbesondere bei der völlig banalen und viel zu langen Predigt, wieder aufgefallen.
Dieser unechte, belehrende Ton des Priesters, der nicht einmal richtig singen kann und sich auch beim Sprechen immer wieder verhaspelt, ist einfach unerträglich. Ich bin froh, dass Lena nicht mitgekommen ist. Sie hat so ein sicheres Gefühl für das Echte und Wahre, dass sie es nicht ausgehalten hätte. Nachdem ich mit ihr nun bereits zwei orthodoxe Gottesdienste miterleben durfte, einen in Paris und einen in Sankt Petersburg, kommen mir die Gesangsversuche des katholischen Priesters im Vergleich zu den wunderbaren Stimmen der orthodoxen Popen erbärmlich ärmlich vor.
Ich hatte Lena die Broschüre über die Christengemeinschaft in Russland gezeigt und dazu gesagt, dass diese Kirche eine wachsende Kirche sei, während die traditionellen Kirchen immer mehr an Mitgliedern verlören.
Ich hätte auf diese „Gesänge“ und auf die ganze Predigt, in der es um ein verlorenes Kirchengemeinderatsprotokoll und um einen schlecht gewürzten Linseneintopf ging, um zu veranschaulichen, dass manchen Menschen im Leben etwas abhandenkommen oder dass etwas zum vollen „Genuss“ fehlen kann, gerne verzichtet. Die Lesungen aus der Bibel, die Lieder, welche die Gemeinde singen durfte, und die klangvolle Orgelmusik hätten mir gereicht, um den Höhepunkt des Gottesdienstes, die Entzündung der 48 weißen Kerzen auf dem Radleuchter und sein Entschweben in die Höhe erleben zu können, die nur dreimal im Jahr, in der Christnacht, an Silvester und eben in der Osternacht vollzogen wird. Wie eine Vision des Himmlischen Jerusalems schwebte dieses erleuchtete Wunderwerk mittelalterlicher Goldschmiedekunst schließlich über dem Altar. Dabei stimmten alle Proportionen, denn der Abstand zwischen Altar und Gewölbe wurde durch den Leuchter mit Sicherheit im Verhältnis des Goldenen Schnittes unterteilt. Nachdem der Leuchter hochgezogen war, erklang ein vielstimmiges Gloria.
Bis es aber soweit war, kamen noch zwei weitere Lesungen aus dem Alten Testament: aus den Kapiteln 14 und 15 des Buches Exodus, das genau den Auszug der Hebräer aus Ägypten und den Durchgang durchs Meer erzählt, den wir am Karfreitag im Fernsehen gesehen hatten[1]. Dabei kam es wieder zu einer „Falschaussage“ bei der Kommentierung durch den Priester: er sprach vom „Roten Meer“, aber in Wirklichkeit war es das „Schilfmeer“.
Wissen die Katholiken es nicht besser, oder werden sie in ihrem Theologiestudium so geformt, dass sie alles, was nicht in das Dogma passt, zurechtbiegen müssen. Die Seelen lassen sich nicht betrügen. Sie spüren, dass etwas nicht stimmt mit dieser Kirche. Je aufgeklärter sie sind, desto weniger geben sie sich zufrieden mit den Märchen, die diese zu erzählen versucht. Ja, die katholischen Priester sprechen vom „Geheimnis des Glaubens“, aber dieser hier hat offensichtlich keine Ahnung von der Wirklichkeit des Mysteriums von Golgatha.
Der Durchzug der Hebräer durch das Meer war für den Priester offenbar Anlass, von der Taufe zu sprechen, was wieder eine vollkommene Verzerrung ist. Nicht die Hebräer sind dabei unter Wasser gekommen, sondern im Gegenteil: sie wurden gerettet. Wenn jemand „getauft“ wurde, dann waren es die Ägypter.
Als drittes wurde aus dem 36. Kapitel des Buches Hesekiel vorgelesen, das ziemlich hart über das auserwählte Volk urteilt, das im Begriffe war, die ganze Welt zu „verunreinigen“ (Verse 17 – 21), bis Gott Jahwe wieder einmal eingreift und die „steinernen Herzen“ durch „ein neues Herz und einen neuen Geist“ (Hes. 36, 26) ersetzt.
Diesen Text kannte ich noch nicht, aber er ist eine Art „Augenöffner“. Man muss nur an das denken, was gottlose „Juden“ den russischen „Christiani“ nach der Revolution angetan haben, oder was sie in Amerika bis heute der ganzen Menschheit durch die Fabrik der falschen Träume in Hollywood antun, dann erweist sich die Aktualität der Worte des Propheten Hesekiel: „Als das Haus Israel in seinem Lande wohnte und es unrein machte mit seinem Wandel und Tun (…), da schüttete ich meinen Grimm über sie aus um des Blutes willen, das sie im Lande vergossen, und weil sie es unrein gemacht hatten durch ihre Götzen. Und ich zerstreute sie unter die Heiden und versprengte sie in die Länder und richtete sie nach ihrem Wandel und Tun. So kamen sie zu den Heiden; aber wohin sie kamen, entheiligten sie meinen heiligen Namen.“
Weil Jahwe in Vers 25 sagt: „Ich will reines Wasser über euch sprengen“, meint der katholische Priester, dass der Gott des auserwählten Volkes die Juden getauft hätte. Das ist aber so auch nicht wahr. Der Begriff der Taufe im christlichen Sinne ist vielleicht verwandt mit der Tat Jahwes, aber die eigentliche christliche Taufe findet erst an der Zeitenwende im Jordan statt.
Dass das christliche Osterfest einen inneren Bezug zur Taufe hat, will ich nicht abstreiten, aber dieser Bezug ist wesentlich tiefer als die katholische Kirche denken kann. Wie oft haben wir mit unseren Kindern am Ostersonntagmorgen vor Sonnenaufgang schweigend an einer besonderen Quelle, zu der wir gelaufen oder gefahren sind, Osterwasser geschöpft, um damit unsere Augen zu reinigen und es beim Oster-Frühstück zu trinken! Das Wasser ist das Element des Lebens und der Strömungsforscher Theodor Schwenk hat solche Quellen untersucht und bei seinen Kristallisationsbildern festgestellt, dass an einigen dieser Quellen tatsächlich etwas mit dem Wasser geschehen war in diesen wenigen Minuten vor Sonnenaufgang: Die Bilder zeigten ausgesprochen harmonische Figuren. Das deutet auf die Gegenwart des Ostermysteriums hin, von dem Matthias Matusek in seinem Oster-Essay in der „Jungen Freiheit“ vom 30. 03.2018 spricht.[2]
Schließlich wird die versammelte „Gemeinde“, die zum Teil nur gekommen war, um die Zeremonie zu erleben, mit Wasser besprengt, damit sich jeder an seine Taufe erinnert fühlen soll. Aber was bedeutet den meisten Christen schon die Taufe? Es ist einfach nur noch ein traditionelles Fest, dessen eigentlicher Sinn gar nicht mehr verstanden werden kann von einem aufgeklärten, materialistischen Bewusstsein.
Dann werden die Gaben auf dem Altar unter dem Leuchter bereitet und schließlich die Eucharistie gefeiert. Wir sind auch an den Altar gegangen, einfach, um einmal unter dem herrlichen Leuchter die Hostie zu empfangen, also auch mehr aus „touristischem Anlass“. Gott möge es mir verzeihen.
Die ganze Feier dauert bis um 22.30 Uhr. Als wir aus der Kirche heraustraten, stand der Ostervollmond schon hoch am südöstlichen Himmel und die Glocken der Nikolauskirche verbreiteten nach drei Tagen Schweigen ihren wunderbaren Klang über das Hohenloher Land, während wir vom Berg zum Parkplatz hinuntergingen.
Um 23.00 Uhr waren wir wieder zu Hause.



[1] Ich meine den Hollywoodschinken „Die zehn Gebote“, den das ZDF am Nachmittag ausstrahlte.
[2] In der „Jungen Freiheit“ Nr. 14/2018 vom 30. 03. 2018 kam ein schöner Beitrag von Matthias Mattusek, der früher für den „Spiegel“ geschrieben hat. Unter dem Titel „Ein Leben ohne Mysterien ist langweilig“ schreibt er über Ostern. Was mich am meisten erstaunt, ist, dass der Autor zustimmend Rudolf Steiner erwähnt. Er schreibt: „Rudolf Steiner nannte Ostern in einem Vortrag 1908 mit Recht das „Mysterium der Zukunft“. Das sind neue Töne, die mir zeigen, dass sich bei manchen Intellektuellen vielleicht doch ein Bewusstseinswandel vollzieht. Ich weiß nicht, ob der Spiegel diesen Essay abgedruckt hätte und es wundert mich, dass der renommierte Autor jetzt in der „Jungen Freiheit“ veröffentlicht, die von den Linken als „rechtspopulistisch“ eingestuft wird und die ich seit Anfang März zum halben Preis ein Jahr lang beziehen darf. Es ist eine Zeitung, die man von Anfang bis Ende lesen kann, auch wenn ich natürlich auch nicht mit allem einverstanden bin. Aber wieso sollte ich auch. Jedenfalls ist es gut, einmal die Argumente der „neuen Rechten“ kennenzulernen


Sonntag, 18. März 2018

Helmuth von Moltke und der Osten Europas. Gedanken zur Wahl in Russland.


Jetzt habe ich die im Jahre 1972 als Privatdruck veröffentlichten Betrachtungen Jürgen von Grones über „Rudolf Steiner und Helmuth von Moltke“ zum dritten Mal gelesen. Immer wieder führt mich mein Schicksal zu der für die Zukunft Mittel- und Osteuropas und insbesondere für den deutschen Volksgeist so zentralen Individualität, die im neunten Jahrhundert als Papst Nikolaus I. und im 19. Jahrhundert als Neffe des älteren Moltkes an höchster Stelle wirkte. Jürgen von Grone macht anhand von Aussagen Rudolf Steiners in Briefen deutlich, wie wichtig die Wiederverbindung Europas mit Russland in der Zukunft sein wird.
Jürgen von Grone (1887 – 1978), selbst ein bedeutender Offizier und Träger des Ordens „Pour le Merite“[1], zitiert einen Spruch, den Rudolf Steiner dem Generalfeldmarschall Moltke am 27. August 1914 in einer sehr dramatischen Situation zu Beginn des ersten Weltkrieges nach einer persönlichen Unterredung in Niederlahnstein bei Koblenz  übergeben hat, um ihm Mut zuzusprechen:

„Siegen wird die Kraft,
die vom Zeitgeschick
vorbestimmt dem Volk,
das in Geistes Hut
zu der Menschheit Heil
in Europas Herz
Licht dem Kampf entringt.“

Der Kaiser hatte sein im Jahre 1905 gegebenes Versprechen gebrochen, sich nicht in Kriegsdinge einzumischen, wenn er, Moltke, die ihm angetragene Stellung als Stabschef  der preußischen Armee übernehmen solle. Das Eingreifen des Kaisers in den ersten Augusttagen 1914 führte schließlich zu einem verfehlten Aufmarschplan, zur Marneschlacht, zur Absetzung Moltkes , zum Stellungskrieg und zur Katastrophe vor Verdun unter seinem Nachfolger General von Falkenhayn. Moltke war kaltgestellt. Grone, der eine Analyse der Marneschlacht (vom 5. – 10. September 1914) beim Militärarchiv der Bundeswehr hinterlegt hat, führt aus:
„Nicht das Scheitern der Marneschlacht, vielmehr der Sturz des Feldherrn hat den weiteren Verlauf des Ersten Weltkrieges weitgehend bestimmt.“
Jürgen von Grone, ein Zeitzeuge und seit 1906/07 persönlich mit Rudolf Steiner bekannt, fährt fort:
„In der Wende zum Jahre 1915 traten sehr beachtliche Ereignisse ein. Während Rudolf Steiner in Berlin in einer Reihe von Vorträgen die Völkerlage in Europa im Jahrhundert der Jungfrau von Orleans behandelte und dabei darstellte, wie damals hierarchische Mächte durch das Mädchen von Orleans eine notwendige Völkerordnung in Europa herbeiführten, hob er hervor, dass in unserer Gegenwart Menschenseelen aus ihren Ich-Kräften sich für eine vom Zeitgeist geforderte Völkerordnung einsetzen müssen. Ohne Zweifel hat Helmuth von Moltke von diesen Inhalten Kenntnis erhalten.
In der Zeit nach der Amtsenthebung Moltkes hat Rudolf Steiner eine Reihe von Briefen persönlich an ihn gerichtet, in denen er immer wieder davon spricht, dass auf der irdischen Seite die Persönlichkeit Moltkes als Instrument des Volksgeistes gebraucht werde. Es handelt sich um eine durchaus hierarchisch vom Volksgeist her begründete, aber an die Ich-Kräfte sich wendende ‚Einführung‘, ganz im Sinne jenes Spruches, der nach dem Beginn des Völkerkampfes dem General von Moltke gegeben worden war.(…)
In dem ersten Briefe von Ende Dezember 1914 ist zu lesen:
‚Ihnen, Excellenz, ist viel Leid geworden. Doch Leid ist letztlich der Boden, aus dem die Geistes-Mächte das Heil der Erdenentwicklung weben müssen. Sie dienen durch Ihr Leid der großen Sache, der jetzt das deutsche Volk dienen muss. Und wenn einst das wird Vergangenheit sein, was jetzt Gegenwart ist, dann wird denen, die werden erkennen wollen, klar sein, wie Ihre Gedanken-Intentionen ebenso wie Ihr Leid zu den notwendigen Keimen gehörten, aus denen die Zukunftsmission des deutschen Volkes erblüht. Was dieses Volk noch zu tun hat, ist so bedeutsam, dass es nur durch Schicksals-Ernst errungen werden kann. (…) Menschen können aus einer Inkarnation scheinbar, bevor sie erreicht haben, was ihnen vorgezeichnet war, hinweggenommen werden, weil sie in anderen Inkarnationen wiederkommen. Völker aber verlieren die Bedingungen ihrer Mission nicht, bevor diese erfüllt ist.‘
Im November 1915, ein halbes Jahr vor dem Tod Helmuth von Moltkes am 18.Juni 1916, schrieb Rudolf Steiner in einem weiteren Brief an den General:
„Dieses Schicksal des deutschen Volkes ist mit den tiefsten und erhabensten Zielen der menschlichen Weltentwicklung verbunden. Die Fäden eines solchen Völkerschicksals sind nicht einfach. Sie müssen sich oft verwirren. Der Schicksalsweg geht durch Prüfungen. Durch Prüfungen, die an den Abgrund der Weltgeheimnisse führen. An den Abgrund, wo die große Frage ‚Sein oder Nichtsein‘ an die Seele herantritt… Wer so wie Sie, Excellenz, verbunden ist mit dem Wege des Volkes, für den spiegelt sich im eigenen Lebenswege derjenige des Volkes. Ihnen war von der geistigen Menschheitsführung auferlegt, das deutsche Volk für eine Etappe seiner Aufgabe zu führen. Dass Sie an einem bestimmten Punkt zu einem scheinbaren ‚Halt‘ gekommen sind, das ist nur, um neue Kräfte zu sammeln.“
Zwei Tage nach Moltkes Tod spricht Rudolf Steiner am 20. Juni 1916 zu Beginn des dritten Vortrages  des Zyklus „Weltwesen und Ichheit“ (GA 169) vor den Berliner Freunden einen Nachruf auf General Moltke. In diesem Nachruf bezeichnet Rudolf Steiner Helmuth von Moltke als „Brückenbauer“ (Pontifex), der die Brücke bildete zwischen seiner äußeren Tätigkeit und der Geisteswissenschaft:
„Dass er unter denjenigen, die im äußeren Leben unter den ersten stehen, dass er diesem äußeren Leben diente und doch die Brücke fand zu dem Geistesleben, das durch diese Geisteswissenschaft gesucht wird, das ist ein tiefgehend bedeutsames Symbolum.“
Jürgen von Grone fährt fort:
„Mit dem Tode Moltkes im Juni 1916  verlor Rudolf Steiner die Persönlichkeit auf Erden, die sich ihm zur Verfügung gestellt hätte, um der großen der Mitte-Menschheit obliegenden Ziele zur Ausführung zu bringen. (…) Daraus ist wohl doch zu ersehen, dass für eine weltgeschichtlich geforderte Neugestaltung ein Zusammenwirken mindestens zweier Individualitäten notwendig sein kann.“
Das Erstaunliche ist nun, dass Rudolf Steiner nach Moltkes Tod in regelmäßigen Abständen Post-Mortem-Mitteilungen der Moltke-Seele bekam, die mit ihrem Geisteslehrer auch nach dem Tode verbunden blieb. Diese Mitteilungen sind inzwischen veröffentlicht.[2]
So heißt es in einer Mitteilung, die Jürgen von Grone zitiert:
„Im neunten Jahrhundert war noch mit dem Christentum verbunden das Bewusstsein der europäischen Menschheit von dem Zusammenhang mit den geistigen Hierarchien und von der Durchgeistigung des Kosmos. Vom zehnten, elften Jahrhundert an setzte ein die Entgeistigung der Weltanschauung und des Lebens. Die Menschen Europas bekamen dann nur noch ein äußerliches Verhältnis zu Seelen, die sich zum Beispiel verkörperten in Herders oder Goethes Leib. Was diese Seelen geistig wollten, das wurde nirgends Staatskultur. Am Ende des neunzehnten Jahrhunderts und dem Anfang des zwanzigsten war daher Europa ganz materialistisch, soweit das öffentliche Leben in den Staaten in Betracht kam. Da standen wir nun drinnen. Jetzt bin ich mit dem aufbrechenden Weben des Geistes wollend verbunden. In Trümmern muss gepflanzt werden. Die Lüge der Zeit hat in die Trümmer geführt. Die Wahrheit muss zu dem Erbauen des Neuen führen. Der Geist kann nur in der Wahrheit wirken. Am Juli-Ende und August-Anfang stand ich allein mit meinem Entschluss, verlassen von aller Politik, die damals an ihrem Ende war. Nicht anders konnte werden, was so lange sich vorbereitet hatte. Es soll die Wahrheit walten. Sonst geht es zu Grunde, nicht nur das Deutschtum; auch die ganze europäische Welt ginge zu Grunde, und Osteuropa müsste von Asien aus aufgebaut werden. Das darf nicht sein. Europa muss zur Selbstbesinnung kommen und selbst sich zum Geiste finden.“
Wenn Großbritannien unter Theresa May die anderen europäischen Nationen mit unbewiesenen Behauptungen gegen Vladimir Putin aufstachelt, dann besteht tatsächlich die Gefahr, dass sich der starke (und intelligente) wiedergewählte Staatschef Russlands von Europa ab- und dem autokratischen China zuwendet. Das klingt wie eine Erfüllung der Prophetie, die in den Post-Mortem-Mitteilungen von Helmuth von Moltke angedeutet wird. 
Ich sehe in der deutschen Politik weit und breit keinen würdigen Vertreter des deutschen Volksgeistes, ja nicht einmal einen Vertreter des Geistes. Wenn ich mir das Kabinett der neuen Bundesregierung anschaue, das vor ein paar Tagen vereidigt wurde, dann muss ich an einen Film wie „Tanz der Vampire“ denken. Mit den Mitgliedern Heiko Maas als Außenminister, Peter Altmeier als Wirtschaftsminister, Horst Seehofer als Innenminister und Jens Spahn als Gesundheitsminister erscheint es mir wie ein wahres Gruselkabinett.



[2] Helmuth von Moltke (1848 – 1916) – Dokumente zu seinem Leben und Wirken, Band 2, herausgegeben von Thomas Meyer, Perseus-Verlag, Basel 1993

Mittwoch, 17. Januar 2018

Lügen und Bazillen

Heute Morgen beim Aufstehen fiel mir nun ein Buch ins Auge, das ich 2008 kurz nach seinem Erscheinen gekauft habe: Peter Tradowsky, „Und das Licht schien in die Finsternis“[1]
Genau diesen Eindruck hatte ich heute, als ich auf dem Fernsehbildschirm die Reise durch meinen Dickdarm bei der Gastro-Endoskopie in den schönsten Farben und in gestochen scharfen Bildern mit erleben konnte: In die Finsternis schien das Licht.

Ich habe nun begonnen, dieses Buch wieder zu studieren und entdecke so viele wichtige geisteswissenschaftliche Mitteilungen von Rudolf Steiner, so zum Beispiel folgende:
„Wenn jenes schwarze Zeitalter naht, dann werden Bruderzwist und Bruderkrieg in grauenvoller Weise wüten, und die armen Menschenleiber werden in furchtbarer Art von Krankheiten und Seuchen befallen dahinsiechen. Das Brandmal der Sünde wird für jedermann sichtbar den Menschenkörpern aufgedrückt sein. Dann hat ein anderer Engel die Herrschaft: Oriphiel. Er muss kommen, um die Menschen aufzurütteln zu ihrer wahren Bestimmung.“[2]
In diesen Vorträgen spricht Rudolf Steiner auch von dem großen geistigen Gegenspieler des Erzengel Michael, dem er den alten Namen Mammon gibt. Er wirkt aus der (untersinnlichen) unteren Astralwelt heraus und dient dem Sonnendämon wie Michael dem Christus dient. 
Rudolf Steiner führt aus:
Mammon „ist vielmehr der Führer aller niedrigen, schwarzen Kräfte. Und seine Heerscharen greifen nicht nur die Menschenseelen an, sondern auch die physischen Leiber der Menschen, um sie zu zerfressen und zu verderben. Man redet heute nicht deshalb so viel von Bazillen, weil man mehr davon weiß, sondern deswegen, weil sie wirklich heute eine ganz besondere Gestalt angenommen haben. Und in Zukunft werden sie in erschreckender Weise überhandnehmen.“ (nach P. Tradowsky, S 27)
Ich habe bei dieser Schilderung die großartige Altartafel der „Versuchung des Heiligen Antonius“ von Matthias Grünewald in Colmar vor Augen, in der das Mittelalter die verschiedenen Krankheiten symbolisierte, die manche Menschen schon damals befielen, wie das sogenannte Antonius-Feuer.
Gestern las ich in der neuesten Ausgabe des „Spiegel“ (Nr. 3/13.01.2018) über die Weltsituation unter dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump, die nicht gerade sehr rosig geschildert wird.
Schon das Titelbild zeigt über der Überschrift „Im Zeitalter von Feuer und Zorn“ vier Menschen in umgekehrter Evolutionsreihe: drei kleiner werdende schwarzköpfige Menschenwesen, von denen das erste unserem Typus ähnelt, das zweite dem Neandertaler, das dritte einem weiteren Vormenschen. Schließlich folgt ein viertes Menschlein, das jeder sofort wegen seines blonden Schopfes und der charakteristischen Physiognomie als Donald Trump erkennen kann.
Der Spiegel-Titel bezieht sich auf das vor ein paar Tagen erschienene „Enthüllungsbuch“ von Michael Wolff, das in Amerika ein Riesenerfolg wurde. Es heißt „Fire and Fury“.
Der Autor Philipp Oehmke bringt in seinem Beitrag „Politik des Narzissmus“ die Situation der Intellektuellen in Amerika und eigentlich im gesamten Westen auf den Punkt. Dabei bezieht er sich auf den Wissenschaftler Mark Lilla (61) von der Columbia-Universität, New York.
Der Professor für Ideengeschichte macht die „Liberals“, zu denen er sich selber zählt, mitverantwortlich für das Wahl-Desaster vom vorvergangenen Jahr. Lilla spricht in seinem im August 2017 erschienen Buch „The Once and Future Liberal. After Identity Politics“ von einer Politik des Narzissmus: Jeder kümmert sich nur noch um die eigene Befindlichkeit, die durch so äußerliche (materialistische) Merkmale wie Hautfarbe, Geschlecht oder sexuelle Vorlieben bestimmt wird. Daneben gibt es eine Gruppe, die in den USA die LGBTQ-Community genannt wird. Dazu gehören Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgender und Queer. „Die Demokratische Partei sei nur noch ein lockerer Zusammenschluss aus den gebildeten Eliten der Küstenmetropolen und aller Art von Minderheiten.“
Die „Liberals“ haben sich in den Ostküsteninstitutionen  eingerichtet. Diese sind die Heimat „einer abgehobenen Elite aus reich gewordenen Post-68er-Professoren und sensiblen, verwöhnten Studenten.“
Auf diese Alt-68er richtet sich nicht nur in Amerika, sondern auch in Westeuropa seit ein bis zwei Jahren der Hass vieler Menschen aus der bisher schweigenden Mehrheit, die heute als rechtslastig und populistisch, in Amerika als „Deplorables“ (Beklagenswerte) abgekanzelt werden.
Oehmke schreibt:
„Über den Nachrichtensender Fox-News, das Megafon der Deplorables, haben auch die Leute in Ohio oder Alabama mitbekommen, dass es an der Columbia University Studenten wie Emma Sulkowicz gibt, die monatelang mit einer Matratze über den Campus laufen, um so gegen eine angebliche Vergewaltigung durch einen Kommilitonen zu demonstrieren, die aber, zumindest laut den Ermittlungen der Universität offenbar gar nicht stattgefunden hatte.“
Die elitäre linksliberale Minderheiten-Politik ist durch Leute wie Volker Beck im letzten Jahr auch in den Bundestag eingebrochen, wie ich mehrmals beschrieben habe, und ich bin sicher, dass durch jene Abstimmung für die „Ehe für alle“ CDU und SPD bei der Bundestagswahl solche Stimmeneinbrüche erleben mussten, wie es geschehen ist, und dass die AfD dadurch mit über 90 Sitzen in den Bundestag einziehen konnte.
Auch die derzeitige Lähmung der deutschen Politik, die nach mehr als drei Monaten immer noch keine Regierung auf die Beine stellen konnte, führe ich auf diesen Tag im Juli zurück, als es im Bundestag wie an Fasching bunte Konfettis regnete.
Die Linksliberalen reiben sich nun seit einem Jahr die Augen. Ihre rotgrünen Felle scheinen davon zu schwimmen. Eine andere Zeit bricht an: eben das „Zeitalter von Feuer und Zorn“.
Und die Gutmenschen der 68er Generation stehen dem Geschehen ohnmächtig und hilflos gegenüber. Immerhin sind noch die meisten Leitmedien auf ihrer Seite. Aber diese verlieren immer mehr an Auflage und Einfluss. Alternative Portale im Internet erzählen andere Geschichten.
Ich habe das Gefühl, dass das Zeitalter der Lügen zu Ende geht. Die Menschen sehnen sich nach Wahrheit.
Aber hinter den Kulissen tobt in Wirklichkeit der Geisteskampf weiter und es ist überhaupt noch nicht sicher, wer gewinnen wird: der Überwachungsstaat oder eine echte freiheitliche Demokratie.
In jedem Fall müssen die Menschen, die sich auf die Seite der Lüge geschlagen haben, eines Tages fürchterlich büßen. Rudolf Steiner führt aus:
„So gibt es eine Form von Bazillen als Träger von Infektionskrankheiten, die von den Lügen der Menschheit herstammen. Sie sind nichts anderes als verkörperte Lügendämonen.“
Als einer der unverfrorensten Lügner hat sich Donald Trump entpuppt. Man hat ihm über 2000 Lügen nachgewiesen. Das ist für einen amtierenden Präsidenten einmalig, auch wenn seit Richard Nixon viele amerikanische Präsidenten systematisch gelogen haben.
Die Lüge gehört offenbar zum amerikanischen System, seitdem die ausgewanderten Europäer den Ureinwohnern das Land geraubt und darauf ihre marode Zivilisation aufgebaut haben. Ganz Amerika steht auf einem wackligen Fundament, wofür der Supervulkan im Yellowstone-Park, der jederzeit ausbrechen und einen großen Teil Nordamerikas zerstören könnte, steht. Im übertragenen Sinne ist es die Lüge und der Betrug, auf dem das Land aufgebaut wurde. Daraus kann nichts Gutes entstehen.
Gestern Abend lief auf Arte ein Porträt des 45. amerikanischen Präsidenten von Michael Kirk. Besonders interessant fand ich, dass Donalds ehrgeiziger Vater Fred Trump bereits Millionär war. Er nannte sein Anwesen im New Yorker Stadtteil Queens „Tara“. Dort wuchs der junge Donald auf.
Der Name Tara stammt aus dem Roman von Margaret Mitchell „Gone with the Wind“ (1936), der 1939 erfolgreich verfilmt wurde. Der Film beginnt und endet mit einer Lüge: Mister O’Hara, der irische Plantagenbesitzer, behauptet, nur das Land sei ewig. Seine Tochter Scarlett glaubt ihm und richtet sich am Ende des Films an dieser Unwahrheit auf.
Das ist purer Materialismus.
Denn das „Land“ ist mitnichten ewig.
Christus sagt es in seinen Worten viel exakter: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“




[1] Verlag am Goetheanum, 2008
[2] Rudolf Steiner, Aus den Inhalten der Esoterischen Stunden I 1904 – 1909, Rudolf-Steiner-Verlag 1995, GA 266,1, S 282, zitiert nach Peter Tradowsky, S 31

Freitag, 15. Dezember 2017

Machtvakuum

Seit letzten Samstag bei einer Demonstration von vorwiegend arabischen Menschen, sprich Flüchtlingen, in Berlin eine oder mehrere selbstgemachte Israelflaggen verbrannt wurden, ist die Diskussion um den Antisemitismus auf deutschem Boden wieder entbrannt. Die Politiker – allen voran der deutsche Bundespräsident – haben sich beeilt, solche israelfeindlichen Aktionen zu verurteilen, auch wenn sie dabei betonen, dass sie die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch Donald Trump durchaus kritisch sähen.
Ich kann die Wut der Araber bzw. Palästinenser gut verstehen.
Interessant für mich ist, dass diese Wut nun ausgerechnet in der einst geteilten Stadt Berlin zum Ausbruch kam und zwar ziemlich genau 50 Jahre nach der Eroberung Ostjerusalems durch Israel im „Sechstagekrieg“ und genau 100 Jahre nach der Balfour-Deklaration.
Die Juden beanspruchen Jerusalem für sich so, als sei es immer eine jüdische Stadt gewesen. In Wahrheit war es ursprünglich eine Stadt der Jebusiter und hieß Jebus. Erst König David machte Jerusalem um 1000 vor Christus zur Hauptstadt seines Reiches, nachdem er König Saul entmachtet, die Philister und Amalekiter besiegt und Hebron, die bisherige Hauptstadt, verlassen hatte. Die Israeliten hatten von ihrem Gott Jahve geradezu den Auftrag erhalten, die Amalekiter als Volk „auszurotten“.
In der jüdischen Tradition gelten sowohl die Deutschen (beziehungsweise explizit die Nationalsozialisten) als auch die Palästinenser als reinkarnierte Amalekiter[1], wie ich bei meiner Recherche auf Wikipedia erfahre. 
Die Philister, deren hervorragender Kämpfer Goliath bereits von dem jungen David besiegt wurde, waren ebenfalls ein Volk, das den Landstreifen am Mittelmeer besiedelte und ihm sogar den Namen „Palästina“ gab.[2]
Jerusalem wurde durch Krieg und Eroberung, also durch Gewalt, jüdisch. 
Eine Ironie der Geschichte verbindet jedoch mit dem Namen das Wort Schalom, was so viel wie Frieden heißt. Von einem solchen kann in der gesamten Geschichte Jerusalems vom 20. Jahrhundert bis heute nicht die Rede sein. 
Mir kommt dieser Ort ganz im Gegenteil wie das gefährlichste Pulverfass der Welt vor. Hier streiten unversöhnlich zwei Religionen um ihre Heiligtümer: die Juden beten an der Klagemauer, dem letzten Rest ihres Tempels und die Moslems beten in zwei Moscheen auf dem ehemaligen Tempelberg, in dem sogenannten Felsendom[3] und in der Al Akscha-Moschee.
Nun hat der amerikanische Präsident, ein großer Freund Israels, am 6. Dezember durch die Ankündigung, die amerikanische Botschaft von Tel Aviv, der offiziellen Hauptstadt Israels, nach Jerusalem zu verlegen, die Lunte an das Pulverfass gelegt, und das sieben Tage vor Beginn des jüdischen Lichterfestes (Hanukka), das dieses Jahr vom 12. bis 20. Dezember gefeiert wird. Dabei wird auf einem neunarmigen Leuchter acht Tage lang nacheinander täglich eine Kerze angezündet, bis alle acht Kerzen brennen.
Die besondere Situation in diesem Jahr ist, dass es in Deutschland seit drei Monaten keine wirkliche Regierung gibt, ja dass die Regierungsbildung sich als dermaßen schwierig gestaltet, dass das Land vermutlich erst im neuen Jahr eine neue Regierung bekommen wird – und zwar in Wirklichkeit die alte, nämlich eine Große Koalition.
Es herrscht also in Deutschland ein gefährliches Machtvakuum.
In solchen Zeiten können okkulte Kräfte besonders gut angreifen und in ihrem Sinne wirken. Ich sehe die Provokationen des amerikanischen Präsidenten, die die Möglichkeit der Auslösung eines Weltenbrandes zum diesjährigen Christfest als durchaus realistisch erscheinen lassen, in diesem Zusammenhang. Es gibt hinter den Kulissen schon lange Bestrebungen, solch einen Weltbrand auszulösen, um dadurch das Kommen des von orthodoxen Juden und von evangelikalen Christen so sehnsüchtig erwarteten Messias zu beschleunigen.
Vielleicht waren die brennenden Israelflaggen von Berlin am vergangenen Wochenende nur der Auftakt zu diesem.




[3] Hier befindet sich der Felsen mit dem Abdruck vom Huf  des Pferdes, als es mit dem Propheten zum Himmel auffuhr, wie die Überlieferung behauptet

Die Winnetou-Euphorie der 60er Jahre - persönliche Eindrücke nach der Lektüre des neuen "Karl-May-Magazins"



Ich habe vorgestern, am Sankt-Lucia-Tag,  das neueste „Karl-May-Magazin“ (Nr. 150) mit der Post bekommen und eben ein wenig darin gelesen. Michael Petzel beschreibt in der Serie „Alle meine Karl-May-Filme“ den Film „Der Schatz im Silbersee“, der 1962 die Karl-May-Film-Welle auslöste. Er setzt den Film auf seiner Rangliste von 17 Filmen auf den ersten Platz. Ich finde, völlig zu Recht.
Inzwischen beschäftigen sich offenbar sogar wissenschaftliche Tagungen mit dem Phänomen der Karl-May-Film-Welle der 60er Jahre. Gerade ist der Band mit den Vorträgen zu dem Symposium der Karl-May-Gesellschaft im Herbst 2016 im Bonner Haus der Geschichte unter dem Titel „Abenteuer zwischen Wirtschaftswunder und Rebellion. Karl May in den 60er Jahren“ beim Hansa-Verlag in Husum erschienen, wie ich aus dem Magazin, in dem auch mein Freund Rolf Dernen veröffentlicht, auf S 82 erfahre.
Wie nah ich in meiner Biographie dieser Epoche stand, wird mir gerade wieder durch die Lektüre meines Tagebuches aus dem Jahre 1967 klar. In diesem habe ich im Grunde den Einfluss der Karl-May-Filme auf meine Filmbegeisterung täglich beschrieben: zunächst schaute ich vor allem Filme an, in denen der eine oder andere Darsteller aus den Karl-May-Filmen mitspielte, bis ich dann, angeregt vor allem durch den Bezug der Zeitschrift „Filmkritik“, zu anspruchsvolleren Filmen fand.
Rolf Dernen entwirft in seiner das neue „Karl-May-Magazin“ abschließenden Kolumne „Pshaw!“ eine „Anstalt“ für Karl-May-Fans, in denen sich all die von dem Virus jener Zeit Infizierten, zu denen er und ich natürlich auch gehören, versammelt sind: zum Beispiel die Büchersammler, die alle Erstausgaben der Kolportage-Romane des sächsischen Schriftstellers mit Originalumschlag besitzen müssen. die Bühnenfans, die jedes Karl-May-Freilichtspiel von Bad Segeberg bis Köthen oder Dasing besuchen müssen und sogar die Namen der verwendeten Pferde, auf denen der Winnetou- oder Old-Shatterhand-Darsteller gesessen haben, kennen, oder die Kroatienfans, die von jeder Stelle, den der Winnetou-Darsteller Pierre Brice mit seinen perlenbestickten Mokassins berührt haben konnte, einen Stein mit nach Hause bringen und im heimischen Garten ablegen, wo gleichsam das Kroatien der Filme nachgebildet werden soll.
Ach ja, Kroatien. Leider war ich bisher nie in diesem einst zu Jugoslawien gehörenden Land, das so viele Menschen aus meiner Bekanntschaft als Touristen besuchen, nicht zuletzt, um die großartigen Landschaften aus den Winnetou-Filmen live zu erleben. Petzel schreibt, dass diese Landschaft neben der Musik und den Hauptdarstellern der dritte wesentliche Bestandteil der Karl-May-Filme der 60er Jahre war, die zum sensationellen Erfolg der Reihe beitrugen, die 1968 mit dem letzten Harald-Reinl-Film „Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten“ nach insgesamt 17 Abenteuern ein Ende fand.
Immerhin habe ich jetzt in meinem Crailsheimer Deutschkurs drei junge Leute aus Kroatien als Teilnehmer: ein junges Ehepaar, das seit sieben Monaten in einer hiesigen Firma „Drecksarbeit“ machen muss und eine junge Frau, die seit drei Monaten als Kellnerin im Kirchberger Schlosscafe arbeitet.

Ich muss gar nicht nach Kroatien reisen, wozu ich im Augenblick sowieso nicht das nötige Kleingeld hätte; Kroatien kommt in Form von lebendigen Menschen zu mir!

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Auf dem Christkindlesmarkt in Nürnberg


Gestern haben Lena und ich unsere Weihnachtsbäckerei fortgesetzt. Im Gegensatz zu unserem ersten Back-Tag, an dem uns Lenas 17jähriger Sohn mehr oder weniger „willig“ geholfen, aber durch seine Bemerkungen die Stimmung „ruiniert“ hat, waren wir dieses Mal mit den Ergebnissen zufrieden. Wir buken drei verschiedene Sorten: Walnuss-Makronen, Marzipanhäufchen und Nougathörnchen. Lena, die als Kind die Weihnachtsbäckerei der russlanddeutschen Frauen immer so bewundert, aber es nie selbst probiert hat, ist richtig glücklich.
Dabei erlebe ich wieder einmal eine Seite Deutschlands, die mir so selbstverständlich ist, obwohl es kein anderes Land gibt, in dem die Vorfreude der Kinder auf Weihnachten so sehr angeregt wird,  wie in deutschen Familien, indem die Mütter, wie auch bei meinen Eltern üblich, in der Adventszeit die köstlichsten Weihnachtspätzchen zauberten. Dann roch das ganze Haus danach. Wir Kinder durften helfen und die Schüsseln oder Geräte ablecken. Die Plätzchen wurden dann fein in Blechdosen eingelegt und erschienen erst am Heiligen Abend wieder auf einem großen Weihnachtsteller, zusammen mit den bunten Marzipanbroten von Niederegger, die meine Mutter in einem Ellwanger Geschäft jedes Jahr zu Weihnachten kaufte, obwohl sie nicht gerade billig waren. Diese Tradition habe ich aufgegriffen und so liegen auch auf unserem Weihnachtsteller jedes Jahr die bunten Marzipanbrote aus Lübeck.
Deutschland und Weihnachten ist offenbar etwas ganz Besonderes. Das habe ich auch wieder am vergangenen Samstag bemerkt, als ich mit Lenas Cousin Oleg und Lenas Schwester Olga in Nürnberg auf dem berühmten Christkindlesmarkt war. Schon meine erste Frau, eine Französin, die während ihrer Stuttgarter Studentenzeit einmal – ohne mich – dorthin gefahren war, schwärmte davon. Ich war am vergangenen Samstag zum ersten Mal dort, dank Oleg. Wir waren nicht die einzigen. Menschen aus aller Welt – wir sahen Asiaten und hörten Italienisch, Englisch und andere Sprachen -  strömten durch die Königsstraße und füllten Geschäfte wie die von „Käthe Wohlfarth“ oder von „Villeroy und Boch“ und kauften ein.
Die einzelnen Stände am Hauptmarkt konnten wir gar nicht alle wahrnehmen, so viele Leute verdeckten die Auslagen. Oleg machte mit seinem Handy Videos und Fotos. Er war ganz begeistert und kaufte Geschenke für seine anderthalbjährige Tochter. 
Auf der Hinfahrt hatte er mich gefragt, warum Hitler Nürnberg so liebte. Ich erwiderte spontan, dass das wohl mit der Wagner-Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ zusammenhinge. Kaum hatte ich es gesagt, so sahen wir aus dem Auto schon Hinweisschilder auf die „Meistersingerhalle“. 
Oleg fotografiert auch die skulpturenreichen Portale der Lorenz- und der Frauenkirche. Auch das Heilig-Geist-Spital, das die beiden durch die Pegnitz getrennten Stadtteile verbindet, fotografieren wir. Ich erzähle, dass dort lange Zeit die Reichsinsignien, also die Kaiserkrone, das Reichsschwert und das Reichsszepter, aufbewahrt wurden, auch noch zur Zeit des Dritten Reiches. Erst danach wanderten sie in die Schatzkammer der Hofburg nach Wien.
Gegen 14.00 Uhr kehrten wir spontan in einem traditionell ausschauenden Gasthaus an der Burgstraße – ich glaube, es hieß „Almhütte“ – ein und aßen zu Mittag. Olga und ich bestellten „Schäufele“ mit Sauerkraut und Kartoffelklößen. Wir saßen zusammen mit einem verliebten polnischen Pärchen in einem erhöhten Abteil des Gasthauses. Der Mann stammt aus der Nähe von Danzig, hatte deutsche Vorfahren und war schon etliche Jahre in Deutschland. Er sprach nahezu perfekt Deutsch und arbeitet als Ingenieur bei der „Zahnradfabrik Friedrichshafen“ (ZF) in Schweinfurth. Die junge Frau stammt aus einem Dorf zwischen Breslau und Liegnitz, sprach noch mit starkem Akzent, aber arbeitet im Augenblick in einem Steuerberater-Büro in Hamburg. 
Das Paar, das sich über das Internet kennen gelernt hat, trifft sich also nur am Wochenende. Dieses Mal hat der Ingenieur seine Freundin zum Christkindlesmarkt von Nürnberg eingeladen. Ich frage die beiden sehr sympathischen Polen (Auf Russisch: „Polaki“), ob es in ihrer Heimat auch Weihnachtsmärkte gibt. Sie sagen nein. Nur in Breslau gäbe es seit ein paar Jahren einen Weihnachtsmarkt, sagt die junge Frau.
Wieder wird mir bewusst, dass Breslau ja eine ehemals deutsche Stadt war und dass nun dort trotz der vorwiegend polnischen Einwohnerschaft jene deutsche Tradition wieder zum Vorschein kommt, als wäre sie nicht zu unterdrücken. Ich denke, dass hier doch der starke deutsche Volksgeist (im Sinne von Rudolf Steiner) wirkt. Diesen Volksgeist erlebe ich auch in Nürnberg allerorten, obwohl mindestens 80 Prozent der Stadt durch die Bomben der Briten und der Amerikaner zerstört worden war, wie wir an den vielen modernen Bauten erkennen können, die die Baulücken des Krieges heute füllen. Der Charakter der ehemaligen freien und sehr reichen Reichsstadt wirkt trotzdem noch.
Ich glaube, über die Kraft des deutschen Volkes staunt bis heute die ganze Welt. Das zumindest erlebe ich bei Oleg, der immer wieder betont, wie sehr er Deutschland liebt. Er zeigt mir stolz einen Stadtführer auf Russisch, den er in einem Laden gefunden hat.

Auch ich staune, dass Deutschland nach zwei verlorenen Weltkriegen heute wieder so gut dasteht.