Heute ist Mozarts Geburtstag. Aber
niemand hat daran erinnert. Alles wird übertönt vom „Holocaust-Gedenktag“.
Heute wurde auch der ehemalige
Bundespräsident Roman Herzog zu Grabe getragen, gar nicht weit weg von hier. Nach
einem Gottesdienst im Kloster Schöntal an der Jagst, der Grablege der Ritter
von Berlichingen, wurde er auf dem Friedhof (von Jagsthausen?) beerdigt. Ich
denke, die Familie hat diesen Tag ganz bewusst ausgewählt und den Menschen, der
1996 den Holocaust-Gedenktag in Deutschland verplichtend eingeführt hat,
dadurch „okkult“ noch enger an seine Tat „gebunden“.
Ich will nicht länger an die
Verbrechen der Nationalsozialisten erinnert werden. Es reicht mir, wenn ich jeden
Tag mit den heutigen Verbrechen konfrontiert werde, wenn ich versuche, den vor
den „Kriegen gegen den Terror“ Geflüchteten deutsche Kultur und Sprache
beizubringen.
Vor ein paar Tagen wurden 25
afghanische Asylanten zurück in ihre Heimat geschickt, was den Steuerzahler
nach den Recherchen der Bildzeitung 350000 Euro gekostet haben soll. Mit den
700 Euro, die jeder „Abgeschobene“ bekommt, kann man vielleicht ein paar Monate
in Afghanistan leben, sagen meine Afghanen. Aber in ihrem einst blühenden und
nun weitgehend zerstörten Heimatland gibt es keine Arbeit. Und so werden die
Abgeschobenen mit Sicherheit entweder bei den Taliban oder beim IS landen,
erfahre ich heute aus berufenem Mund. Beide Terrororganisationen verdanken ihre Existenz den
Amerikanern, wie inzwischen jedermann wissen kann.
Und der neue US-Präsident faselt
davon, dass er die Terroristen von der Erde vertilgen kann, indem er „Feuer mit
Feuer“ bekämpft. Nach allen mir bekannten physikalischen Gesetzen kann
man Feuer nicht mit Feuer löschen.
Diese „Auge-um-Auge-Zahn-um-Zahn-Politik“
erinnert mich an die „Verteidigung“ Israels gegen die palästinensischen „Terroristen“.
Der in Wirklichkeit von
einflussreichen jüdischen Organisationen lancierte „Holocaust-Gedenktag“ ist
für mich angesichts der gegenwärtigen Not der Menschen im Nahen Osten reinste
Heuchelei. Kein Mitglied meiner weit verzweigten Familie hat je einen Juden "vergast"! Und ich
kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Verbrechen tatsächlich
ausgerechnet von Deutschen begangen wurden, wie immer wieder gebetsmühlenartig
behauptet wird.
Inzwischen glaubt das nicht einmal ein so bekannter Jude, wie der Sohn des Geigers Yehudi Menuhin, Gerard Menuhin, der in seinem Buch "Tell the Truth and shame the Devil"(The Barnes Review, Washington D.C. 2015), das er "Deutschland, den Deutschen und der ganzen Menschheit" gewidmet hat, die "These" vom "systematischen Mord an sechs Millionen Juden" durch die Deutschen auf über 450 Seiten in Frage stellt. Dabei ist jeder Mord an einem Menschen ein Verbrechen und ich stimme mit der jüdischen Weisheit überein, die sagt: "wer einen Menschen gerettet hat, hat die ganze Menschheit gerettet".
Auch erlebe ich nicht, dass die
Ausländerfeindlichkeit in Deutschland in der Gegenwart signifikant zugenommen
hätte, wie ebenfalls heute in den Nachrichten wieder behauptet wurde. Ich erlebe täglich nur
Deutsche, die sich für die Heimatvertriebenen einsetzen.
Als ich vor kurzem
unsere Sozialarbeiterin, die im Auftrag des Landratsamtes ca. 300 Flüchtlinge
betreut, fragte, ob es in ihrem Bereich irgendwo fremdenfeindliche oder
rassistische Übergriffe gegeben hätte, verneinte sie.
Die meisten Deutschen sind bereit
zu helfen, trotz der in den Medien ständig wiederholten Bilder von den
Brandstiftungen einiger Spinner, die versuchen, durch blindwütige Aktionen
Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wer weiß, ob all diese „Übergriffe“ nicht von
V-Leuten inszeniert wurden wie einst die meisten Aktionen der NPD und vermutlich auch
die Morde der NSU?
Inzwischen glaube ich den Medien
fast gar nichts mehr.
Ich versuche mein Leben so
rechtschaffen wie möglich zu leben und habe keine Lust, mich von anderen
schlecht machen zu lassen, nur weil ich 1952 in dem „Land der Täter“ geboren
wurde.
Eben (4.50 Uhr) begegnet mir auf
Facebook ein von Matthias Hesse geposteter Artikel von Friedrich Sprich aus dem
Schweizer „Institut für Dreigliederung“ mit dem Titel: „Die Dreigliederung des
sozialen Organismus und das Bedingungslose Grundeinkommen“ vom 1.5.2016.
Irgendwie hatte ich ja, wie so
viele andere „Arme“ auch, auf die Einführung eines „Bedingungslosen
Grundeinkommens“ gehofft, wie es inzwischen in Finnland versucht und in
Südkorea von jugendlichen Demonstranten gefordert wird. Aber Friedrich Sprich
macht Argumente geltend, die in eine andere Richtung zeigen, um eine gerechtere
Beziehung zwischen Arbeit und Einkommen herzustellen. Ich zitiere hier eine der
Kernaussagen:
In seinem „Nationalökonomischen Kurs“ (GA 340) fasst er )Rudolf
Steiner) die gesamte volkswirtschaftliche Wertbildung in zwei Formen zusammen,
von deneneinedie Arbeit ist, die im Wesentlichen
darin besteht, die Naturgrundlage umzuwandeln, angefangen von der
Rohproduktegewinnung bis hin zu den sublimsten Stufen der Veredelung.
Entscheidend für diesen Arbeitsbegriff ist es, dass die so entstandenen
Produkte auch real durch Verkauf und Kauf in den volkswirtschaftlichen Prozess
übergehen und dadurch zur Ware werden. Jede sogenannte Arbeit, die nicht bis zu
diesem Ziel gelangt, ist im Sinne Steiners reine Scheinarbeit,
volkswirtschaftlich vollkommen bedeutungslos, reines „Privatvergnügen“.
In diesem Übergang von Arbeit zu Arbeitsresultat (= Ware), der
von einem oberflächlichen Leser meistens nicht einmal als solcher bemerkt wird,
liegen in Steiners Sozialwissenschaft aber ganze „Welten“. Jeder Mensch, der
ernsthaft über diese Sache nachdenkt, wird Steiner Recht geben, dass Arbeit und
Einkommen Fundamentalbegriffe unseres Rechtslebens sind, ebenso wie Ware ein
Fundamentalbegriff des Wirtschaftskreislaufes ist. Arbeit und Ware gehören zwei
ganz verschiedenen Gebieten, zwei absolut divergierenden Systemen, die Arbeit
dem Rechtsleben und Ware dem Wirtschaftsleben an. Weil das so ist und weil
Einkommen damals wie heute in der Regel als Äquivalent zur Ware aufgefasst
wird, deshalb spricht Steiner davon, dass Arbeit und Einkommen getrennt werden
müssen. Damit ist zunächst einmal ein Bewusstseinsprozess gemeint, der dann
natürlich, sobald diese Einsicht in eine genügend grosse Zahl von Menschen
Einzug gehalten hat, sich auch auf die übrige Realität ausdehnen wird.
Die Frage der Einkommensordnung ist, wie die Arbeitsfrage,
ebenfalls eine grundlegende Frage unseres Rechtslebens. Sie ist ihrer
unmittelbaren Bindung an wirtschaftliche Sachzwänge, wie sie in primitiveren
Gesellschaftsformen naturgemäss auftritt, zu entreissen und einem zur
Selbständigkeit herangereiften Rechtsleben einzugliedern. Wie die
Naturgrundlage vor einem sie zerstörenden, überbordenden Wirtschaftsleben
geschützt werden muss, so muss auch die menschliche Arbeit und das menschliche
Leben der Eigendynamik des Wirtschaftslebens entzogen werden. Dem
Wirtschaftsleben müssen von zwei Seiten strikte Grenzen gesetzt werden,
einerseits muss die Natur vor ihm geschützt werden und andererseits die
Menschlichkeit. Solange es der Wirtschaft freigestellt ist, den Menschen in ihr
Herrschaftsgebiet hineinzuziehen, indem sie auf ihn bloss als „Rohware Mensch“,
als „Ausbeutungsobjekt“, als „gekaufte Arbeitskraft“ zugreift, ist etwas in
unserer Gesellschaftsordnung schief. Die Wirtschaft muss lernen, diese beiden
Faktoren als die Voraussetzung für ihre Wirksamkeit zu akzeptieren, sie aus
ihrer Abhängigkeit zu entlassen und selbst von ihnen abhängig gemacht zu
werden. Bei Steiner findet sich ein vollständig anderes Verständnis der
Trennung von Arbeit und Einkommen, als gewisse von einem modernen
Schlaraffenland träumenden Grundeinkommens-Erfinder annehmen.[1]
Hier sehe ich wieder ein Beispiel
dafür, wie die herrschenden Medien solche Gedanken einfach nicht erwähnen,
geschweige denn, diskutieren. Es wird ein Schleier des Schweigens darüber
ausgebreitet.
Genau das ist meines Erachtens
der Grund, warum Leute wie Adolf Hitler oder Björn Hoecke mit einfachen Parolen
die Menschen „begeistern“ können, obwohl sie von „Geist“ keine Ahnung haben. Die
Dämonen werden nicht von den Nazis oder der AfD geschaffen, sondern von der
offiziellen Politik selbst, wie Bernd Stegemann andeutet. Je weniger Geist in
der offiziellen Politik herrscht, desto mehr Ungeist macht sich in der Welt
breit.
Mit Donald Trump kommt ein Mann
an die Macht, der dieses Prinzip ideal verkörpert: statt Geist regiert von nun
ab das Geld.
Es ist erschreckend, wie
geschmacklos protzig seine Privatwohnung im 68. Stock seines Trump-Towers –
gleich neben Tiffanys – eingerichtet ist. Auch sein „Taj Mahal“, ein Casino mit
Hotel in Atlantic City atmet den gleichen „Ungeist“. Es ist der Geist des
Casino-Kapitalismus, der unsere „globalisierte“ Welt bereits seit fast 30
Jahren fest im Griff hat.
Wir nähern uns dem Tag des „Weltuntergangs“.
Wenn am Freitag, also morgen, der 45. Präsident der USA in Washington vereidigt
wird, endet für viele die Welt, so wie sie einmal war. Der größte Populist
kommt an die Macht und wird der „mächtigste Mann der Welt“.
Die Menschheit ist Zeuge einer
Tragödie, wie der Schriftsteller und Dramaturg Bernd Stegemann gestern in einem
Interview mit Andrea Maier in der Sendung „Kulturzeit“ auf 3SAT sagte. Der Mann
hat Ansichten, die ich teile und ich werde mir sein Buch „Das Gespenst des
Populismus“ kaufen. http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=64204
Vieles, was ich in den letzten
Tagen gedacht (und zum Teil auf meinem Blog „Kommentare zum Zeitgeschehen“
veröffentlicht) habe, wird mir im Augenblick bestätigt durch Gedanken von
anderen Menschen, die offenbar ganz ähnlich denken.
Zu diesen gehört Bernd Stegemann.
Er beleuchtet den Wandel des "linksliberalen Gedankengebäudes", von dem ich
vor kurzem sprach, aus historischer Sicht.
Dabei nennt er zwei bedeutende Daten.
Das erste ist das Jahr 1989, das zweite das Jahr 2008.
Bis 1989 glaubten die linksliberalen Intellektuellen,
die im Grunde identisch waren mit den sogenannten „Achtundsechzigern“, an einen
Liberalismus, der alle Menschen umfasst.
Nachdem jedoch die Idee des
Kommunismus mit dem Fall der Mauer und dem Untergang des Sowjet-Imperiums „gescheitert“
war, ergriffen andere die „Idee der Freiheit“ und schufen unter dem Einfluss
des Chicagoer Ökonomen Milton Friedmann den Begriff des „Neoliberalismus“. Dieser
bezog sich nicht mehr idealistisch auf alle Menschen. Freiheit sollte nun nur
noch in den Wirtschaftsprozessen herrschen und es setzte die sogenannte
Globalisierung ein.
Die großen Wirtschaftsunternehmen
wanderten mit ihrer Produktion ab in die sogenannten „Billiglohnländer“, ins „Armenhaus“
der einstigen „Dritten Welt“. Der Begriff leitete sich her von dem Teil der
Welt, der nicht zu den beiden Imperien gehörte, den USA und der UdSSR.
Es gab eine Erste Welt. Das war
der kapitalistische „Westblock“; und es gab eine „Zweite Welt“. Das war der
kommunistische „Ostblock“. Viele Länder wurden zu „Satelliten“ einer der beiden
„Supermächte“. So richtete sich zum Beispiel die DDR und fast alle
osteuropäischen Länder nach dem kommunistischen Imperium aus und fühlten sich
im Militärbündnis des „Warschauer Paktes“ während des "Kalten Krieges" sicher. Andere Länder wie die
westeuropäischen Staaten und folglich auch die Bundesrepublik Deutschland
orientierten sich nach Westen und wurden Mitglied im Militärbündnis „NATO“.
Eine dritte Gruppe von Ländern,
die zum Teil zwischen den beiden Supermächten schwankten, blieb zunächst „blockfrei“.
Dazu gehörten zum Beispiel Korea oder Vietnam. Der jeweils nördliche Teil
fühlte sich zum Kommunismus, der jeweils südliche Teil der beiden asiatischen
Länder zum Kapitalismus hingezogen. Dieser Konflikt führte nach dem Zweiten
Weltkrieg zu zahlreichen Stellvertreterkriegen, von denen der erste der Koreakrieg
und der bekannteste der Vietnamkrieg war.
Nach 1989 wurden auch die „Blockfreien“
kapitalistisch. Die sogenannten asiatischen kleinen und großen „Tiger“ standen
als „Schwellenländer“ auf der Schwelle zwischen Armut und Reichtum, zwischen
Landwirtschaft und Industrie.
Neoliberale Kapitalisten
übernahmen sozusagen die Geschäfte und dadurch gleichsam als Nebenprodukt die
Regierungen. Alles wurde käuflich.
Im Neoliberalismus, deren erste
Vertreter auf Regierungsebene der US-Präsident Ronald Reagan und die britische
Premierministerin Margaret Thatcher waren, musste sich die Wirtschaft immer
weniger nach der Politik richten. Dagegen richtete sich die Politik immer mehr
nach der Wirtschaft. Die „Märkte“ bestimmten nun die Politik.
Das führte 2008 zur Bankenkrise
und zur sogenannten Bankenrettung durch die Steuerzahler. Das sei im Grunde der
Beginn des „Populismus“ gewesen, führt Bernd Stegemann aus. Die Bankenrettung
wurde über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden. Gleichzeitig führte die
ehemalige Arbeiterpartei SPD in Deutschland die „Agenda 2010“ ein, durch die
die Verlierer des Kapitalismus zu Hartz-4-Empfängern herabgestuft wurden,
während die Banker, die ihre Institute an die Wand gefahren hatten, mit
saftigen Boni belohnt wurden.
Damals begann nach Stegemann der
Aufstieg des Populismus. Aber damals hörten die Politiker die Stimme des Volkes
noch nicht. Sie wurde übertönt durch Kanzlerinnenworte wie „alternativlos“ und
entschärft durch verbale Beschwichtigungen.
Das „Volk“ aber beharrte auf
seiner Stimme und plötzlich wurde 2015 die „Alternative für Deutschland“ stark.
Nun ist die „Stimme des Volkes“ (Das Wort „Populismus“ stammt vom Lateinischen „Populus“
und bedeutet nichts anderes als „Volk“) laut und manchmal sogar „schrill“
geworden.
Wenn sie jetzt nicht gehört wird,
führt Stegemann aus, dann kann die Situation „tragisch“ werden, weil zwei Positionen
unversöhnlich aufeinanderprallen: die Position der scheinbar allmächtigen
Wirtschaftseliten („The Rich and Famous“) und die Position der Rentner,
Hatz-4-Empfänger und Minijobber, also der bisher „Schweigenden Mehrheit“.
Diese Menschen, die keine Lobby
in den Parlamenten haben, werden nun von den Eliten, zu denen ich auch die
herrschenden Medien zähle, in die „rechte Ecke“ gedrückt. Das begann mit dem
ehemaligen Stuttgarter AfD-Abgeordneten Wolfgang Gideon, der wegen seiner
Kritik am linksliberalen Establishment als Antisemit stigmatisiert wurde, und
betrifft im Augenblick den Fraktionsvorsitzenden der AfD von Thüringen, Björn
Hoecke.
Der "schrille" Politiker hatte am Dienstagabend (17.01.2017) in einer Rede bei einer Veranstaltung im
Dresdner Ball- und Brauhaus Watzke die Meinung vertreten, die deutsche Geschichtsschreibung
müsse um 180 Grad gedreht werden und dass es nur ein Volk gäbe, das im Herzen
der eigenen Hauptstadt ein „Denkmal der Schande“ errichtet habe: die Deutschen. Das klingt natürlich ganz nach den Reden eines Adolf Hitler im Münchner Hofbräuhaus.
Ich kenne beide Personen nicht
persönlich und bin auch kein Parteigänger der AfD. Aber ich glaube im Sinne von
Bernd Stegmann, dass beide eine Meinung ausgesprochen haben, die beträchtliche
Teile des Volkes ebenfalls haben, die sie aber nicht auszusprechen wagen. Es wäre die Aufgabe einer fairen Diskussion in einer Demokratie, in der "Meinungsfreiheit" ein Grundrecht ist, das "Fünkchen Wahrheit", das in so einer Aussage stecken könnte, herauszuarbeiten.
Sinngemäß,
aber im Ton völlig anders, habe ich diese „Meinung“ in einem meiner letzten
Blogs „Kommentare zum Zeitgeschehen“ auch vertreten.
Prompt wurde Hoecke von jüdischen
Organisationen wie dem AJC und dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Josef
Schuster, als Antisemit bezeichnet und von einer SPD Bundestagsabgeordnete
(Michaela Engelmaier) wegen Volksverhetzung angeklagt. Dabei hat er nicht
einmal den Holocaust geleugnet, sondern nur die Ansicht vertreten, dass das
Holocaust-Denkmal ein „Mahnmal der Schande“ sei, was ja auch so verstanden
werden kann, dass es ein Denkmal ist, das an die „Schande der Deutschen“
erinnert.
Die Unversöhnlichkeit zweier „Meinungen“
drückt sich hier aus und hat das Potential einer Tragödie, in die ein ganzes Volk
(Populus) hinein gerissen werden kann.
Ein Impuls trieb mich gestern, am Sonntag, den 15. Januar 2017, das Buch des jüdischen
Historikers Ilan Pappe vorzunehmen, das er 2006 über „Die ethnische Säuberung
Palästinas“ (Deutsche Ausgabe bei Haffmanns und Tolkemitt, 2014) geschrieben
hat.
Der Autor behandelt damit mutig ein Kapitel, das in der offiziellen israelischen
Geschichtsschreibung ignoriert oder falsch dargestellt wird. Anhand von
Dokumenten kann Ilan Pappe nachweisen, dass eine Gruppe von elf Zionisten um
den charismatischen Führer David Ben-Gurion im März 1948, also unmittelbar vor
der Gründung des Staates Israel, plante, die arabische Bevölkerung aus
Palästina zu vertreiben. Das geschah dann auch mit Gewalt und Terror. Etwa
800000 Palästinenser, das heißt, etwa die Hälfte der eingesessenen Bevölkerung,
wurden vertrieben und über 500 palästinensische Dörfer zerstört. Dabei hatten
reiche Juden zu dieser Zeit erst knapp 5 Prozent des Landes durch Kauf in Besitz genommen.
Es ist bedenklich, dass
ausgerechnet Juden, die so oft Pogrome erleiden mussten, nun im Zuge der
Gründung eines eigenen Staates auf fremden Land selbst so ein Pogrom an der
bäuerlichen arabischen Bevölkerung verübten. Das Schlimmste aber ist, dass
dieses „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ in den Mythen der Staatsgründung
untergeht und die Akteure der „Maßnahme“ in Israel bis heute als Helden gefeiert werden.
Diese „Doppelzüngigkeit“ begegnet
mir leider immer wieder in jüdischen Zusammenhängen. Bis heute sind die
Verbrechen nicht „aufgearbeitet“. Sie offen anzusprechen und den noch lebenden
Opfern oder Nachkommen der Opfer eine „Entschädigung“ anzubieten, das wäre die
erste Voraussetzung für eine friedliche Lösung des Nahostkonfliktes.
Gerade gestern, am 15. Januar, ging
in Paris eine Friedenskonferenz zu Ende, bei der Vertreter von 70 Nationen für
eine „Zweistaatenlösung“ eintraten. Aber die beiden Hauptbeteiligten, Israel
und Palästina, waren der Konferenz fern geblieben. Israel ist offiziell auch
für die „Zweistaatenlösung“, tut aber von sich aus nichts dafür, sondern weitet
täglich den Siedlungsbau im Westjordanland und in Ost-Jerusalem aus und
reduziert damit das Land der arabischen Bevölkerung weiter. Hier sprechen die
Vertreter des Staates wieder mit „gespaltener Zunge“.
Erfreulich ist dagegen, dass es
auch Juden gibt wie den israelischen Regisseur Udi Aloni, die das heikle Thema
mit künstlerischen Mitteln angehen. Sein Film „Junction 48“ wird gerade in den
Kultursendern 3SAT ("Kulturzeit"am Freitag) und Arte ("Metropolis"gestern) beworben. Er spielt in einer
der von der Säuberung betroffenen Städte, dem einst rein arabischen Lod, das
nur zehn Kilometer von Tel Aviv entfernt ist, und erzählt die Geschichte eines
jungen arabischen Rappers, Tamar Nafar. Es ist bezeichnenderweise eine
israelisch-deutsche Koproduktion.
Und es gibt noch mehr positive
Botschaften aus Israel.
Am Samstagabend zeigte 3SAT das
Jubiläumskonzert des „Israel Philharmonic Orchestra“, das am 26. Dezember 2016,
dem zweiten Tag des jüdischen Hanuka-Festes, anlässlich seines 80. Geburtstages im Charles Bronfman-Auditorium in der israelischen Haupt- und
Hafenstadt Tel Aviv gegeben wurde. Der Dirigent Zubin Metha hatte nur Werke des
deutschen Komponisten Beethoven ausgewählt. Dieses Orchester versucht mit
Hilfe der Musik ein positives, friedliches Bild von Israel zu vermitteln, wie
der Dirigent sinngemäß in einem Interview sagte.
Für die anschließende Dokumentation über die Entstehung
des Orchesters im Jahre 1936 war ich zu müde. Es war der polnische Geiger
Bronislaw Hubermann, der über 1000 jüdische Musiker mit Hilfe der Musik vor der
Deportation in die Konzentrationslager gerettet hat.
In diesem Jahr 1936 hatten die
Palästinenser gerade den ersten großen Aufstand gegen die neuen Besatzer ihres
Landes unternommen, der von den Briten blutig niedergeschlagen wurde. Später
fertigten die Israelis Listen an, in denen die Namen der am Aufstand Beteiligten
aufgeführt waren. 1948 dann, als sie die einzelnen Dörfer „eroberten“, hatten
sie diese Listen dabei und exekutierten, wie Ilan Pappe schreibt, alle Männer, die 1936 am Aufstand in irgendeiner
Weise beteiligt waren.
Das sind die Methoden, die
deutsche Nazis während des Krieges gegenüber feindlichen Partisanen angewendet
haben, und die in vielen Filmen gezeigt werden, um die Brutalität der „bösen
Deutschen“ zu veranschaulichen. Dass Zionisten die gleichen Verbrechen – und zwar nach dem Krieg und außerhalb des Krieges
– begangen haben, wurde bis jetzt in keinem Film gezeigt.
Immer wieder muss ich
feststellen, dass hier mit zweierlei Maßstab gemessen wird: Die Deutschen sind
ewig die Täter und die Juden immer die Opfer. Dieses Bild soll sich den
Menschen, die sich immer weniger für Geschichte interessieren, weil sie ahnen,
dass sie durch diese Geschichte sowieso „ganz irregeführt“ (Rudolf Steiner)
werden, einprägen. Genau dafür wurden der „Holocaust-Gedenktag“ in Deutschland eingeführt und das
monumentale „Holocaust-Denkmal“ in der deutschen Hauptstadt Berlin gebaut.
Aber die Lüge wird nicht ewig
bestehen können. Die Wahrheit bricht sich Bahn.
In diesem Zusammenhang sehe
ich die Angst unserer Politiker vor den „Hass-Botschaften“ in den sozialen
Netzwerken, die sie jetzt massiv bekämpfen wollen. Natürlich machen die so
jahrelang „Betrogenen“ und „Belogenen“ ihren Herzen jetzt, 100 Jahre nach der
verhängnisvollen Balfour-Deklaration, Luft und verletzten die eingeübten Tabus.
Jetzt haben sie durch das Internet die Möglichkeit, ihre „Meinung“ zu sagen,
auch wenn diese manchmal derb klingt. Wie oft wurde nicht nur verbal,
sondern real Gewalt gegen diese „einfachen“ Menschen ausgeübt! Wie oft haben sie sich
vom Staat übergangen gefühlt! Wie oft wurden sie als „Pack“ bezeichnet und als
Nazis beschimpft!
Und was die „Fake News“ anbelangt,
die man jetzt von staatlicher Seite bekämpfen will, weil sie angeblich das
Wahlverhalten der Menschen beeinflussen könnten, so erinnere ich mich nur an
die zahlreichen Desinformationskampagnen staatlicher Institutionen in den
vergangenen 100 Jahren. Dabei denke ich nicht einmal nur an die vielen
verdeckten Operationen des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA. Die ganze
Geschichtsschreibung der Nachkriegszeit erscheint mir als eine bewusste
Desinformationskampagne. Wenn nicht Fakten verdreht oder gefälscht wurden, so
wurden sie doch entweder ausgeklammert oder in einen Zusammenhang
gebracht, der die Täter, also die besiegten Deutschen, in ein besonders ungünstiges
Licht rückten.
Es verwundert mich überhaupt
nicht, dass auch viel Schlamm über die bewusst aufgerichteten „Dämme“ gespült
wird, wenn sich „die Wut“ der Bürger Bahn bricht. Das Internet gibt den vom Bildungsniveau
des durch Helmut Kohl 1984 eingeführten Privatfernsehens „geprägten“
Arbeitslosen, Hartz-IV-Empfängern und verarmten Rentnern eine Stimme. Das „Lumpenproletariat“
meldet sich zu Wort. Oder sind die Hass-Kommentare und Falschinformationen im Wesentlichen nur künstlich generierte
Botschaften, die von sogenannten „Bots“ verbreitet werden?
Gestern schaute ich mir ein
anderes Konzert an, das ebenfalls in einer Hafenstadt stattfand. Auf Arte wurde das Eröffnungskonzert der
Elb-Philharmonie, dem neuen Wahrzeichen Hamburgs, vom 11. Januar 2017 ausgestrahlt.
Zuerst kam eine atemberaubende
Dokumentation über den spektakulären Bau, dessen Grundstein am 2. April 2007 gelegt wurde. Bereits 2010 sollte der Konzertsaal, der von
einem Basler Architekturbüro auf einem alten Hafenspeicher errichtet wurde, eröffnet werden. Aus den drei Jahren Bauzeit sind nun beinahe zehn Jahre und aus
den veranschlagten Kosten von ca. 78 Millionen das zehnfache, nämlich rund 780
Millionen Euro, geworden. Dafür hat die
Stadt an der Elbe, in der vor 300 Jahren das erste Opernhaus Deutschlands errichtet
wurde (und etwas später unter Gotthold Ephraim Lessing das erste deutsche
Nationaltheater geplant war), jetzt ein wahres „Juwel“ (Bundespräsident Gauck
bei seiner Eröffnungsrede) erhalten. Ich habe das fast fertig gebaute Konzerthaus,
das wie ein glänzendes Schiff im Hafen zu liegen scheint, an Pfingsten 2015 bewundern können.
Das Konzert stand unter dem Thema
„Zum Raum wird hier die Zeit“ und begann mit einem Stück von Benjamin Britten
mit dem Titel „Pan“ aus der Reihe „Sechs Metamorphosen nach Ovid“ Op. 49. Danach
folgte ein modernes Stück von Henri Dutilleux mit dem Titel „Appels, Echos et
Prismes“ aus „Mystere de l’instant“ (Mysterium des Augenblicks).
Schon dieser Auftakt des Konzerts macht deutlich,
dass es den Veranstaltern um etwas Besonderes ging.
Wenn man den griechischen Gott
Pan, wie es Georg Hartmann in einem seiner Aufsätze in dem Büchlein „Bewusstseinswege“
tut, mit dem „kleinen Hüter der Schwelle“ gleichsetzt, dem der Geistesschüler
bei der Einweihung unweigerlich begegnet, dann scheint mir der Beginn des
Konzertes mit einem Stück diesen Titels ganz bewusst gewählt zu sein, um eine
Art weltlichen „Mysterientempel“ einzuweihen. Darauf deutet auch das folgende
Stück, das den Ausdruck „Mysterium“ sogar im Titel führt und ganz eindeutig
auch das Thema des ganzen Abends, das aus Richard Wagners „Bühnenweihfestspiel“
„Parsifal“ entnommen ist, hin. Das „Vorspiel zu Parsifal“, das nach der Pause
erklingt, ist für mich dann auch der Höhepunkt des ganzen Konzertes. Durch solche Konzerte können sensible Menschen, die sich schon lange von den religiösen Institutionen abgewendet habe, einen Zugang zum Geistigen, vielleicht auch zum "Übersinnlichen" bekommen, denn Musik ist die Kunst, die aus einer jenseitigen Welt in die diesseitige "hereinragt".
Man kann nicht sagen, dass solch
ein Konzerthaus „bescheiden“ ist. Aber es zeigt, dass Deutschland, das heißt
hier, die Bürgerschaft der im Krieg von britischen Bombern so gut wie komplett zerstörten („Operation Gomorrha“) Freien Hansestadt Hamburg, auch viel Geld in die „Eroberung des Nutzlosen“ (Reinhard J. Brembeck in „Süddeutsche
Zeitung“ vom Freitag, den 13. Januar 2017) zu investieren in der Lage ist.
Dieses Konzerthaus wird die neue
Visitenkarte Deutschlands in der Welt sein und ich hoffe nur, dass es nicht,
wie schon einmal bei anderer Gelegenheit, den Neid anderer Völker hervorrufen wird. Dabei meine ich
natürlich besonders Mitglieder eines bestimmten „Volkes“, das den Deutschen
seit über hundert Jahren (nicht erst seit dem Holocaust!) nicht sehr gut
gesonnen ist, ein Volk, dass offenbar Ludwig van Beethoven, nicht aber Richard
Wagner liebt.
Beide Komponisten gehören jedoch untrennbar zur „deutschen Hochkultur“!
Der vierte Satz von Beethovens neunter Symphonie mit der Europahymne „An die
Freude“ nach dem Gedicht von Friedrich Schiller begeisterte denn zu Recht als
Schluss die Zuhörer des Eröffnungskonzertes: „Seid umschlungen, Millionen!“
Mit zunehmend sich steigerndem
Interesse lauschte ich der Sendung und bekam immer mehr das Gefühl, dass ich
selbst unbewusst in meinem Unterricht ein „Anhänger“ dieses Pädagogen und
Pansophen war und bin.
Ich kann gar nicht beschreiben,
wie beglückt ich war, als ich manche der Zitate aus seinen Schriften hörte, wie
zum Beispiel folgende: Comenius fordert in seiner „Großen Didaktik“, dass die
Schüler „alles“ lernen sollten, wobei er genauer ausführt: „Das ist jedoch
nicht so zu verstehen, dass wir von allen die Kenntnis aller Wissenschaften und
Künste verlangten. Das ist weder an sich nützlich, noch bei der Kürze unseres
Lebens überhaupt möglich. Aber über die Grundlagen, Ursachen und Zwecke der
wichtigsten Tatsachen und Ereignisse müssen alle belehrt werden, die als
künftig Handelnde in die Welt eintreten.“
„Alles“ bedeutet für Comenius vor
allem, dass seine Schüler „weise im Verstand, umsichtig und sittlich im Handeln
und fromm im Herzen“ gemacht werden, damit sie „Gott, den Geschöpfen und uns“
dienen können. Comenius ergänzt: „Unselig wäre die Trennung dieser drei Dinge,
unselig die Gelehrsamkeit, die nicht in Tugend und Frömmigkeit mündet.“
Wie weit sind wir heute von so
einer Anschauung, ja von so einer Pädagogik entfernt!
Es gab zwar im Peutinger Gymnasium
ein Projekt, das den Namen des großen Barock-Pädagogen trug, das sogenannte „Comenius-Projekt“,
aber das hatte eher eine Alibi-Funktion, denn die täglich praktizierte
Pädagogik hatte bei meinen meisten Kollegen kaum „diese drei Dinge“ im Blick
und schon gar nicht so „altmodische“ Dinge wie „Tugend und Frömmigkeit“.
Ich zitiere eine weitere Stelle
aus Comenius „Großer Didaktik“ (Didactica Magna, 1657), die in der Sendung
wiedergegeben wurde:
„Die Menschen müssen so viel wie
möglich ihre Weisheit nicht aus Büchern schöpfen, sondern aus Himmel und Erde,
aus Eichen und Buchen, das heißt, sie müssen die Dinge selbst kennen und
erforschen und nicht nur fremde Beobachtungen und Zeugnisse darüber. Denn wenn
ich nur einmal Zucker gekostet, einmal ein Kamel gesehen, einmal den Gesang der
Nachtigall gehört habe, so haftet all das fest in meinem Gedächtnis und kann
mir nicht wieder entfallen.“
In der Sendung kommt auch ein
moderner Pädagoge und Theologe zu Wort, der emeritierte Tübinger Professor Karl
Ernst Nipkow, der auf die Aktualität von Comenius hinweist und mit Comenius meint,
dass die Lehrer lieber „weniger“, dafür aber das „wenige“ „gründlicher“ unterrichten
sollten. Er plädiert für ein „Orientierungswissen“ und lehnt das übliche „Verfügungswissen“
ab.
Es gibt offenbar noch „vernünftige“
Gelehrte. Allerdings erwähnt auch dieser „Interpret“ den einzigen gelungenen
Umsetzungsversuch der „pansophischen“ Pädagogik in der Sendung mit keinem Wort,
obwohl er wie durch eine hauchdünne Wand ständig mitschwingt: die
Waldorfpädagogik Rudolf Steiners.
Das entspricht genau dem, was mir
vor kurzem auffiel: Jüdische Themen sind fast täglich im Radio oder Fernsehen
präsent, die moderne „Pansophie“, die unter dem Namen „Anthroposophie“ seit
über hundert Jahren „in der Welt“ ist, wird „ausgeklammert“.
Wenn Professor Nipkow meint, dass
Comenius‘ Pädagogik in einen viel größeren Zusammenhang gestellt werden müsse,
dann geht er in die gleiche Richtung, in die auch Rudolf Steiner ging: „Er litt
an der Verfassung der Gesellschaft und wollte eine von Grund auf erneuerte
Gesellschaft. Und diese didaktischen Schriften waren Hilfsmittel. Es ist leider
so, dass in der Geschichte der deutschen Pädagogik von den Pädagogen nur der
Didaktiker und Methodiker aufgenommen worden ist. Im comenianischen Sinn müsste
die Schule und ihre Reform eingebettet werden in eine Gesellschaftsreform, er
ist in dem Sinne ein politisch orientierter Gesellschaftsreformer und Pädagoge.“
Genau das war Rudolf Steiner
auch. Sein eigentliches Anliegen war seit 1917, als er zum ersten Mal seine
Gedanken zur „Dreigliederung des sozialen Organismus“ öffentlich aussprach,
eine Reform der Gesellschaft im christlich-trinitarischen Sinne. Weil er
erkannte, dass die Deutschen nach dem Zusammenbruch der Monarchie am Ende des
Ersten Weltkrieges noch nicht reif für eine dreigegliederte Gesellschaft waren,
sondern lieber die chaotischen bis tödlichen Erfahrungen der Weimarer Republik
und des Dritten Reiches machen „wollten“, hat er seine Reformideen
zurückgestellt und dafür mit Hilfe des Unternehmers Emil Molt 1919 die erste
Waldorfschule gegründet.
Schon Comenius wusste, dass das
Heil nur in einer dreigegliederten menschlichen und gesellschaftlichen
Organisation liegen kann, wenn er von der Weisheit des Verstandes, der
Umsichtigkeit des Handelns und der Frömmigkeit des Herzens spricht. Genau aus
diesem Grunde polemisiert er in seinen Schriften, wie in der Sendung ebenfalls
bezeugt wird, gegen „Ungläubige, Türken und Juden“, also diejenigen, „die die
Dreieinigkeitslehre ablehnen“.
Und genau hier scheint mir der
wesentliche Unterschied zwischen Juden und Christen zu liegen, der zu dem
untergründigen Geisteskampf geführt hat, dessen Zeugen wir heute sind. Die
Juden wollen in ihrer „Ethnozentrizität“ die alleinigen „Beherrscher“ der Welt
sein. Das Bewusstsein der „Auserwähltheit“ scheint ihnen das Recht dazu zu
geben. Deshalb haben sie sich besonders Amerika zugewandt, das die Amerikaner
ebenso als „auserwählt“ ansehen, indem sie es „Gods own Country“ nennen. Die Dreieinigkeit
müssen die Juden natürlicherweise ablehnen, weil sie Jesus Christus als Gottes
Sohn ablehnen, genau wie die Moslems es tun. Dadurch haben sie aber keinen
Zugang zu der „Frömmigkeit des Herzens“ im Sinne von Comenius, genauso wenig,
wie sie zu der „Weisheit“ des Verstandes, die vom „Heiligen Geist“ oder der „Sophia“
vermittelt wird, wirklichen Zugang
finden. Die Juden waren schon zur Zeit Christi vor allem „Schriftgelehrte“, im
heutigen Sinne „Intellektuelle“. Von Geist und von Weisheit erlebe ich nur bei
ganz wenigen hervorragenden jüdischen Geistern etwas. Und diese standen der
Anthroposophie oder Rudolf Steiner auch in ihrem persönlichen Leben nahe.
Über die Nutzlosigkeit solcher „Schriftgelehrsamkeit“
spricht Rudolf Steiner zum Beispiel im zweiten Vortrag seiner „Zeitgeschichtlichen
Betrachtungen“ vom 9. Dezember 1916, den ich gestern gelesen habe:
„Ich will Sie durch die Anführung
dieser elementaren Dinge nur hinweisen auf das, worauf man aufmerksam sein muss,
wenn man die Dinge beurteilen will, denn durch die Art und Weise, wie
Geschichte geschrieben wird, wird die Welt vielfach irregeführt – ganz irregeführt.
Es handelt sich nämlich bei der Geschichtsschreibung wirklich um etwas
Tieferes. So an der alleräußersten Oberfläche des physischen Daseins, in der
alleräußersten Maja wird man sagen: nun ja, wenn der oder jener Professor ein
tüchtiger Mann ist und die historischen Methoden kennt, so weiß er das Richtige
geschichtlich darzustellen. – Das muss aber durchaus nicht sein.
Ob man als Geschichtsschreiber
das Richtige darzustellen vermag oder nicht, das hängt davon ab, ob einen sein
Karma dazu führt, das Richtige kennenzulernen oder nicht. Das ist sehr wichtig.
Und das Richtige drückt sich oftmals nicht aus in dem, worauf man beliebig den
Blick wendet, sondern das Richtige drückt sich sehr häufig nur für den aus, der
an die richtigen Stellen den Blick wenden kann – ich könnte auch sagen, der
durch sein Karma dahin geführt wird, das Richtige im richtigen Augenblick da zu
sehen, wo sich an einer einzelnen Erscheinung etwas Bedeutsames ausspricht. Oftmals
drückt sich nämlich in einer einzelnen Erscheinung etwas aus, was ein
Licht auf dasjenige wirft, was sich
eigentlich in Jahrzehnten vollzieht – aber nur in der Art eines Blitzschlages,
der schnell etwas beleuchtet.“ (Rudolf Steiner, Zeitgeschichtliche Betrachtungen,
GA 173 a, 4. Auflage 2010, S 64f)
Am 10. Januar 2017, am ersten Todestag des
Sängers, Musikers und Malers David Bowie, ist unser ehemaliger (siebter) Bundespräsident
Roman Herzog mit 82 Jahren gestorben.
Er hat von 1994 bis 1999 den
nunmehr wiedervereinigten deutschen Staat repräsentiert. Bekannt geworden ist
seine Berliner „Ruck-Rede“ vom 26. April 1997, in der er dem deutschen Volk
eine Art „Lähmung“ bescheinigte. Es müsse ein Ruck durch das Volk gehen. In
welche Richtung der genau gehen soll, hat er nicht gesagt. Jedenfalls kann ich
mich nicht daran erinnern. Als sein Vermächtnis aber gilt seine 1996 nach einem
Besuch in Israel im Dezember 1994[1] und einem Besuch in
Ausschwitz (als erstes deutsches Staatsoberhaupt) im Januar 1995 erfolgte
Einführung des „Holocaust-Gedenktages“ am 27. Januar. So kann der
Deutschlandfunk zum Todestag Roman Herzogs auf seiner Onlineseite titeln: „Der
27. Januar stellt den Holocaust ganz ins Zentrum“.[2]
Ich bezweifle sehr, dass durch
diese ritualisierte „Erinnerung“ an die Schande des deutschen Volkes jene
„Lähmung“ überwunden werden kann, die im Grunde seit den Friedensverträgen von
Versailles über dem politischen Teil Deutschlands waltet. Damals wurde den
Deutschen die „Alleinschuld“ am Ausbruch des Ersten Weltkrieges angeheftet, was
nachweislich eine Lüge war. Diejenigen Deutschen, die diese Verträge mit
unterschrieben haben, wurden von den Anhängern rechter Gruppierungen als
„Volksverräter“ bezeichnet. Dieses Wort erklang am 3. Oktober 2016 anlässlich
der Feiern des Tages der Deutschen Einheit in Dresden wieder, diesmal
vorwiegend bei Anhängern der „rechtspopulistischen“ PEGIDA- Bewegung und wurde
gestern, am Todestag Roman Herzogs, zum „Unwort des Jahres 2016“ erklärt. Damit
sollen alle, die in populärer, aber eindeutiger Weise gegen die Politik der
vergangenen hundert Jahre Stellung nehmen, stigmatisiert werden. Es ist eine
ähnliche Strategie wie bei der Einführung des „Holocaust-Gedenktages“: das
„deutsche Volk“ – was auch immer das sein mag –
klein und ruhig zu halten.
Ich weiß inzwischen zu viel, um
die Augen vor den wahren Initiatoren solcher Festlegungen von Gedenktagen oder „Unwörtern“
zu verschließen, auch wenn sie niemals namentlich genannt werden. Vorgestern las
ich in der Bildzeitung, dass der „Jüdische Weltkongress“ (WJC = World Jewish
Congress) die Deutschen dazu aufruft, Selfies zu machen, auf denen sie im Stile
von „Je suis Charlie“ ein Schild mit der Aufschrift „I remember“ tragen und
diese Fotos dann ins Netz zu stellen.
Auf der deutschen Wikipediaseite
kann man lesen, dass eine Vorläuferorganisation des 1936 in New York gegründeten
WJC das 1919 anlässlich der „Pariser Friedensverhandlungen“ gegründete „Comite
des delegations juives“ gewesen sei. Natürlich war diese Organisation zusammen
mit den französischen Politikern für eine strenge Verurteilung und Bestrafung
Deutschlands in diesen „Friedensverhandlungen“. Rudolf Steiner warnte damals
die deutsche Delegation davor, ihre Unterschrift unter diesen Vertrag zu
setzen, der später zum „unaufhaltsamen Aufstieg“ Adolf Hitlers führen wird. Er
hat die Unterschreibenden, soweit ich weiß, aber nie als „Volksverräter“
tituliert. Das ist nicht sein Stil. Und meiner auch nicht.
Der Staatsrechtler Roman Herzog,
der mehrere Jahre (von 1987 – 1994) Präsident des Bundesverfassungsgerichts war
und in der sogenannten „Hauptstadt des Rechts“, Karlsruhe, arbeitete, war seit
2001 in zweiter Ehe mit Alexandra, Freifrau von Berlichingen verheiratet und
lebte in der Residenz des Geschlechtes in Jagsthausen.
In diesem Städtchen an der Jagst
wird bis heute jährlich in der „Götzen-Burg“ Goethes erstes Schauspiel, „Götz
von Berlichingen“ aufgeführt, das von einem ritterlichen Rebellen gegen das
sogenannte „Römische Recht“ handelt, der den Charakter des „aufrechten
deutschen Kerls“ verkörperte. So ein „ehrlicher Kerl, der den Deutschen nichts
vormacht“, wollte Roman Herzog, wie er einmal sagte, auch sein. Aber was heißt
das schon!?
Der Landshuter „Alt-Bayer“ stammt
aus einem protestantischen Elternhaus. Als er 2011 anlässlich der Verleihung
des „Deutschen Medienpreises“ an den protestantischen Pfarrer Bethlehems, Mitri
Raheb, die Laudatio halten sollte, protestierte die „Deutsch-Israelische
Gemeinschaft“ und schrieb dem Ex-Präsidenten einen „offenen Brief“. Der „ehrliche
Kerl“ Herzog ließ sich aber nicht von seinem Vorhaben abbringen.
Trotzdem wurde der verstorbene
deutsche Politiker gestern mit folgenden Worten in einer Erklärung des WJC
gewürdigt:
The World Jewish Congress honored Herzog as a
"great fighter for the rule of law and for a free and tolerant
society". Herzog had "distinguished himself with his great openness
and friendship toward the Jewish community and for promoting its role in German
civil society," said Maram Stern, the WJC's deputy CEO, in a statement.[3]
Ich denke, es ist sehr schwer,
die zwei Dinge zu vereinen: Politiker zu sein und „ehrlich“ zu sein.
Roman Herzog hat es sicher
versucht. Ob es ihm gelungen ist, bezweifle ich. Dennoch fand ich ihn immer
sympathisch.
[1] Es
war der erste Staatsbesuch des ersten gesamtdeutschen
Bundespräsidenten im Ausland. Ob die Aufnahme des Paragraphen 130 ins deutsche
Strafgesetzbuch, der ebenfalls im Jahre 1994 erfolgte, auch Herzogs Handschrift
trägt, will ich noch genauer untersuchen. Auf Wikipedia lese ich: "Am 13.
April 1994 entschied dasBundesverfassungsgericht,
dass Holocaustleugnung nicht unter das Grundrecht derMeinungsfreiheitnachArt. 5Absatz
1 desGrundgesetzesfällt: Es handele sich bei der
Holocaustleugnung um eine „unwahre Tatsachenbehauptung“, also das Bestreiten
einer vielfach erwiesenen Tatsache, die für sich nicht vom Recht der
Meinungsfreiheit gedeckt sei, da sie nicht zur verfassungsmäßig vorausgesetzten
Meinungsbildung beitragen könne.[10]Schon
die Prüfung, ob Holocaustleugnung überhaupt als im Sinne der Meinungsfreiheit
schutzwürdige Meinung in Betracht kommt, wurde also verneint.
Daraufhin wurde § 130 StGB am 28. Oktober 1994 mit dem Absatz 3
ergänzt. Der darin verwendete Begriff desVölkermordsbezieht
sich vor allem auf die Holocaustleugnung, da§ 6Absatz 1 desVölkerstrafgesetzbuchs(VStGB) denHolocaustals
Völkermord definiert. Absatz 3 ist nach BVerfG-Urteil von 1994 kein Sonderrecht
gegen bestimmte Meinungsinhalte, weil eine direkt zu Hass, Gewalt oder Willkür
aufstachelnde Äußerung eine nicht von der Meinungsfreiheit gedeckte Straftat
darstellt, die weiteres illegales Handeln bewirken, dazu aufrufen und anstiften
könne."
Interessant ist, dass Helmut Kohls Wunschkandidat
1993 nicht der Niederbayer Roman Herzog,
sondern der Sachse Steffen Heitmann war. Dieser wurde jedoch wegen seiner
kritischen Äußerungen zur „Tabuisierung“ der deutschen Vergangenheit und des
Themas Holocaust fallen gelassen, nachdem eine wahre Medienkampagne gegen ihn
„angezettelt“ worden war.
Warum habe ich von diesem Mann
noch nie etwas gehört!?
Gestern bekam ich durch ihn ganz
unerwartet auf viele Fragen, die ich schon so lange mit
mir herumtrage und die gerade jetzt im Zuge meiner Vorbereitung auf den "Orientierungskurs für Flüchtlinge" ganz aktuell sind, eine kompetente Antwort.
Wie es so geschieht, sah ich
gestern Vormittag beim Gang durch die Schwäbisch Haller Markthalle, die
vornehmlich Lebensmittel der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft anbietet, an der
Eingangstür ein Plakat, auf dem ich etwas von einer Veranstaltung in der
„Akademie Schloss Kirchberg“ las, die in irgendeinem Zusammenhang mit Martin
Luther und der Reformation zu stehen schien. Da die Tür sich automatisch
öffnete, war das Plakat, bevor ich es wirklich lesen konnte, schon wieder
verdeckt. Ich schaute also, ob ich nicht irgendwo beim Stand der
Erzeugergemeinschaft einen Flyer finden könnte, der mir weiterhilft. Den fand
ich schließlich auch. Ich las das Thema und erfuhr, dass die Veranstaltung am
gestrigen Abend, also bewusst am Reformationstag, mit einem Einführungsvortrag
zum Thema „Von Luthers Irrtum im Bauernkrieg zur Solidarität der Kirchen mit
den Bauern weltweit“ beginnen sollte. Rudolf Bühler schien zu der Veranstaltung
einzuladen, denn es hieß im Flyer „19.00 Uhr: Begrüßung und Einführung ins
Thema“ durch Rudolf Bühler, der, wie ich bei der Gelegenheit erfahre, im Jahre
1984 – dem Orwell-Jahr – mit acht weiteren Bauern in Wolpertshausen die
„Bäuerliche Erzeugergemeinschaft“ gegründet hatte, der inzwischen 1450 Bauern
angehören.
Von dem Referenten des
Abend-Vortrages, Professor Dr. Ulrich Duchrow aus Heidelberg, hatte ich noch nie
etwas gehört. Ich las jedoch, dass am folgenden Tag, also heute, auch Dr. Winfried
Dalferth, unser ehemaliger Dekan, der am 17. Juli diesen Jahres verabschiedet
wurde, ein Referat halten würde. Die Namen Rudolf Bühler und Winfried Dalferth hatten neben dem Namen Martin
Luthers mein Interesse geweckt. Ich hatte den ganzen Nachmittag Zeit, mir zu
überlegen, ob ich am Abend nach Kirchberg fahren solle. Eigentlich stand mein
Entschluss aber schon fest, zumindest den Abend-Vortrag zu besuchen.
Der Vortrag von Ulrich Duchrow
war eine Offenbarung. Ich habe mir heute Morgen ein Video angeschaut, in dem er
in einem Vortrag über sein Buch „Gieriges Geld“ referiert, das er auch gestern
Abend erwähnte und aus dem er zusammenfassend seine wichtigsten Thesen vortrug,
die er in für mich überzeugender Weise mit der Geschichte der Geldwirtschaft
verknüpft. Ulrich Duchrow ist von Haus aus protestantischer Theologe und zieht
die Texte des Alten Testamentes als Quellen für jenen Umschwung im achten
vorchristlichen Jahrhundert heran, als die Geldwirtschaft eingeführt wurde. Es
ist hochspannend, da ich dabei wieder auf die „üblichen Verdächtigen“ stoße,
die Juden.
Duchrow erzählt von dem Wunsch
der Israeliten, wie die umliegenden Völker einen König zu haben. Er verweist –
mit Luther – auf 1. Samuel 8, wo der Schreiber ausführt, welche „Ausbeutung“
des Volkes herrschen wird, wenn über Israel – gegen den Willen Jahves – ein
König herrschen wird. Das betrifft vor allem die Bauern, wenn Samuel schreibt
(1.Sam 8, 14f): „Eure besten Äcker und Weinberge und Ölgärten wird er (der
König) nehmen und seinen Großen geben. Dazu von euren Kornfeldern und
Weinbergen wird er den Zehnten nehmen…“ und so weiter. All diese Dinge
geschehen nur, damit der Fürst in ausschweifendem Luxus leben kann. In seiner
„Vermahnung zum Frieden auf die zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben“ aus
dem Jahr 1525, dem Jahr der Bauernaufstände, klagt Martin Luther in deutlicher
Sprache zunächst einmal die Fürsten an: „Das Schwert ist euch am Halse. Dennoch
meint ihr, ihr sitzt so fest im Sattel, man werde euch nicht können ausheben.
Diese Sicherheit und verstockte Vermessenheit wird euch den Hals brechen. Das
werdet ihr sehen. Ich hab’s euch früher verkündet, ihr sollt euch hüten vor dem
Spruch des Psalms 107, 40: ‚Er schüttet Verachtung über die Fürsten‘. Ihr ringt
danach und wollt auf den Kopf geschlagen sein; davor hilft kein Warnen noch
Erbarmen.“ (Martin Luther, Ausgewählte Schriften, Band 4, S 102f)
Duchrow erklärt, wie der
Kapitalismus im Mittelalter mit der „Satisfaktionslehre“ des Anselm von
Canterbury „im Himmel“ beginnt, wie er durch die Kreuzzüge verstärkt wird und
wie „das Kapital“ schließlich die ganze Welt ergreift. Er übersetzt „Kapital“
mit „gieriges Geld“. Das Wesen des Kapitals sei, sich zu vermehren und das
fördere die Gier. Dem stellt er Gegenbewegungen gegenüber, die weltweit von
China bis in den Mittelmeerraum im sechsten vorchristlichen Jahrhundert
einsetzten: den achtgliedrigen Pfad Buddhas, die Sprüche Lao-tses und die
Philosophie des Kon-fu-tse, die Thora der Juden und schließlich die Lehre Jesu
Christi, die in einem Satz zusammengefasst, lautet: „Der Mensch kann nicht zwei
Herren dienen: Gott und dem Mammon“.
All diese Aussagen sind mir aus
dem Herzen gesprochen. Und ich verstehe nun, warum meine Generation immer nach
einer Alternative zum Kapitalismus gesucht hat. Der Kapitalismus ist dabei, den
Planeten zu zerstören. Er führt zu Kriegen und zur Spaltung der Gesellschaft in
Arm und Reich. Er ist tödlich und muss bekämpft werden. Das tut Professor
Duchrow seit 1992, als er zusammen mit anderen in Straßburg das "Parlament von unten" gründet. Später, im Jahre 2000, war er einer der Mitbegründer von "Attac Deutschland", einer Bürgerrechtsbewegung, die seit 1998 in Frankreich existierte.
Es wird mir klar, dass in der
Akademie Schloss Kirchberg, die dieses Jahr gegründet wurde, eine radikale
„Umkehr“ (im Sinne der ersten der 95 Thesen Martin Luthers) stattfinden soll.
Im Schloss Kirchberg, so führt Rudolf Bühler in seinem Schlusswort aus, wurde
im Jahre 1949, also im gleichen Jahr, in dem die Bundesrepublik gegründet
wurde, die erste Bauernschule Deutschlands eröffnet. Das Bild des Gründers
Fritz Strempfer (7.04.1907 – 14.07. 2003) hängt im Nebenraum des Rittersaales,
in dem die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft nach den Vorträgen auch einen
leckeren Imbiss kredenzt.
Dass die „Umkehr“ von den Bauern
ausgehen sollte, macht Rudolf Bühler noch einmal klar. Sie sind es, die die
Böden pflegen, damit sie fruchtbar bleiben, und die auf ihnen die Pflanzen
anbauen und die Tiere weiden lassen, die für eine gesunde Ernährung der
Menschen sorgen sollen. Die Bundesernährungsministerin Renate Künast, die einen
Hohenloher Biobauern als Berater engagiert hatte, sprach schon vor Jahren von
der „Agrarwende“. Erst jetzt merken immer mehr Verbraucher, dass die in den
Supermärkten angebotenen Lebensmittel degeneriert und voller Rückstände sind
und immer mehr schwenken um auf Bio. Es bieten jetzt sogar Discounter wie Aldi
und Lidl Bio an. Ob das allerdings wirklich „Bio“ ist, ist mehr als fraglich.
Es wird sich in der nächsten Zeit hoffentlich die „Spreu vom Weizen“ trennen.
Wir sind Zeugen einer neuen
„Reformation“ und ich bin froh, dass Kirchenmänner wie Ulrich Duchrow, aber
auch der katholische Papst Franziskus, der gestern anlässlich des
Reformationstages in der evangelischen Kathedrale im südschwedischen Lund ein
Gespräch mit den skandinavischen Protestanten geführt hat und heute in einer ökumenischen
Messe im Stadion von Malmö vor Katholiken und Protestanten die Einheit der christlichen
Kirche beschwören wird, treibende Kräfte bei diesem friedlichen Prozess sind.