Sonntag, 4. November 2018

"Was tut der Engel im Astralleib?" - zur Aktualität des Züricher Vortrages von Rudolf Steiner


Ich weiß gar nicht, was mit mir los ist. War ich bisher immer eher optimistisch gestimmt, so ergreift mich seit einiger Zeit eine Art Pessimismus.
Vielleicht hängt es mit der Ohnmacht des deutschen Staates zusammen, der gegenüber den Übergriffen von Flüchtlingen tatenlos bleibt. In der Nacht vom 14. auf den 15.  Oktober wurde in Freiburg eine 18-jährige Deutsche nach einem Disco-Besuch von acht Syrern, einem Iraker und einem Deutschen vergewaltigt, nachdem man sie erst durch eine Droge fügsam gemacht hatte.
Ich kann einfach nicht verstehen, wie Menschen, die in mein Vaterland gekommen sind, um hier Sicherheit, Unterstützung und eine Chance auf ein neues Leben zu bekommen, was dem deutschen Steuerzahler viel Geld kostet, sich in ihrem Gastland so benehmen können. Man behauptet immer, dass es „Einzelfälle“ seien. Aber wenn sich acht Syrer und ein Iraker zusammentun, und sich innerhalb von vier Stunden an einem wehrlosen Mädchen vergehen, dann kann man nicht mehr von Einzelfällen sprechen wie noch in Chemnitz, wo ein Deutscher von „nur“ vier Asylbewerbern nach einem Streit erstochen wurde.
Das ist schlimm genug.
Noch schlimmer finde ich jedoch die Art, wie manche Deutsche darauf reagieren. Es gibt in meinem Land Chaoten, die in der Meinung, zu den Besseren zu gehören, jeden, der sich kritisch zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung äußert, als „Nazi“ diffamieren. Diese „besseren“ Deutschen gehen mir so auf den Geist, dass ich mich nicht mehr mit meinem Heimatland identifizieren kann.
Was sind das für kranke Menschen!?
Wer bestimmt hier eigentlich den Diskurs? Warum darf man nur noch einer Gruppierung angehören, die „gegen rechts“ ist, worunter alles verstanden wird, was nicht links ist.
Wenn ich in einem Kultursender wie 3SAT die Berichterstattung zu dem „Konzert“ verfolge, das in den Räumen des Dessauer Bauhauses stattfinden sollte, das nächstes Jahr das hundertjährige Bestehen feiert, dann frage ich mich schon, wie ideologisch festgefahren manche Redakteure berichten dürfen. Da verteidigt Tilman Jens in der Sendung „Kulturzeit“ vom  Freitagabend (2. November 2018) die Punkband „Feine Sahne Fischfilet“, die schon in Chemnitz mit der ausdrücklichen Billigung des Bundespräsidenten ihre widerlichen „Songs“ ins Publikum brüllen durfte, als „fortschrittlich“, weil sie gegen rechts ist, während er dem Bauhaus dieses Attribut abspricht, weil es seine Räume für die Chaoten verweigert. Der Redakteur nennt die Entscheidung, die „Combo“ im Brauhaus von Dessau, wenig entfernt vom Bauhaus, doch auftreten zu lassen einen „Aufbruch zu neuen Ufern“ und holt sich dafür Unterstützung bei ausgewählten Interviewpartnern, die alle seine linke Meinung teilen. Nur ein AfD-Stadtrat kommt zu Wort, der jedoch gegen Tilman Jens und seine Berichterstattung keine Chance hat.
Dieser Beitrag ist nur ein Beispiel von vielen, die uns die „öffentlich-rechtlichen“ Kultur-Sender zumuten. Im Radioprogramm des SWR2 beobachte ich schon lange solche Tendenzen. Ausgewogenheit ist etwas anderes.
Ein neues Schlagwort macht die Runde: „wegducken“. Jeder, der Verständnis für konservative Positionen hat, „duckt sich weg“, statt „klare Kante zu zeigen“. Zuhören ist keine Tugend mehr. Man hört offenbar auf beiden Seiten nur noch denen zu, die der gleichen Meinung sind. So entsteht das neue „Zugehörigkeitsgefühl“, während die anderen nicht mehr „dazugehören“.
Den linken „Antifaschisten“ scheint eine ihrer größten Unterstützerinnen wegzubrechen: die Bundeskanzlerin, an der sie, soweit ich weiß, noch nie Kritik geübt haben. Sie sind begeistert von der „Willkommenskultur“ und der Politik der „offenen Grenzen“, die Angela Merkel im September 2015 in einer spontanen Entscheidung am Parlament vorbei initiiert hat. Trotz warnender Stimmen hat sie diese Politik bis zum Schluss verteidigt und dafür Applaus von links bekommen.
Nun weicht sie dem Druck großer Teile der Bevölkerung, die ihrer Politik in zwei Landtagswahlen eine klare Absage erteilt haben und kündigt ihren Rückzug an.
Aber was kommt danach?
Eine mephistophelische Figur wie Friedrich Merz, die sich für Jahre „aus der Politik“ weggeduckt hatte und sich in dieser Zeit beim reichsten und mächtigsten Hedge-Fond-Konzern der Welt mit dem bezeichnenden Namen „Blackrock“ (Schwarzer Stein oder Schwarz-Stein) als Deutschland-Vertreter engagiert hat, erhebt ihr Haupt.[1] Solche Typen drängen an die Spitze Deutschlands!
Allein sein arrogantes Grinsen während seiner ersten Pressekonferenz verrät, wes Geistes Kind dieser Mann ist.
In gewisser Weise erinnert mich sein Auftreten an den Wahlkampf von Martin Schulz, der wie der Retter der maroden SPD erschienen war, ja, von den linken Medien („Spiegel“) sogar zum edlen Ritter „Sankt Martin“ stilisiert wurde.  Nachdem er nach monatelangem Hin- und Her in diesem Frühjahr sein Versprechen gebrochen hatte, keine große Koalition mit der CDU mehr eingehen zu wollen, ist er wieder in der Versenkung verschwunden, aus der er hervorkam.
Ich hoffe, dass es auch Herrn Merz so gehen wird, der einmal gesagt hatte, dass er nicht mehr in die Politik zurückkehren wolle.
Im Haller Tagblatt vom Samstag gab es eine hübsche Karikatur, die alles sagt: Gottvater Schäuble (im Rollstuhl im Himmel schwebend) reicht dem Adam Merz mit seiner langen Pinocchio-Nase den Finger, um ihn, frei nach Michelangelos berühmten Fresko in der Sixtinischen Kapelle, zum Leben zu erwecken.



Offenbar ist der „bösäugelnde“ Schäuble der neue „Godfather“ (Pate) der CDU.

Ich musste diesen Text eben auf Facebook veröffentlichen, um meiner Seele Luft zu verschaffen.
Ich lese seit vorgestern vor dem Schlafengehen den Vortrag „Was tut der Engel im Astralleib“, den Rudolf Steiner am 9. Oktober in Zürich gehalten hat, in der Stadt, in der Lenin bis zu seiner Rückkehr nach Russland (im plombierten Zug) abgeschieden gelebt und seine „Ideen“ ausgeheckt hat.
Ich muss hundert Jahre danach feststellen, dass Rudolf Steiner leider recht gehabt hat, als er davor warnte, dass die Menschen die Bilder, welche die Engel in ihren Astralleibern erzeugen, verschlafen könnten und dass die Angeloi dann in ihren Ätherleibern zum Unheil der Menschen wirken würden: statt Brüderlichkeit im Wollen würde sich eine hemmungslose Sexualität als Instinkt entwickeln, statt Religionsfreiheit im Fühlen würde eine krankmachende Medizin entstehen und statt Kosmologie im Denken würden die Menschen „durch Harmonisierung von gewissen Schwingungen (…) in der Welt große Maschinenkräfte entfesseln können.“
All dies ist zur Genüge eingetreten. 
Von Osten kommt das sogenannte Tantra-Yoga zu uns, dem so viele junge Menschen, die einen neuen Zugang zu ihrer Leiblichkeit suchen, verfallen.
Von Westen kommen die Geräte in die Welt, deren feine Schwingungen gigantische Maschinen irgendwo auf der Welt in Gang setzen, um Kommunikation zu ermöglichen.
In Deutschland (und anderswo) zerstören katholische Priester durch ihre unglaublichen sexuellen Übergriffe auf schutzbefohlene Minderjährige die letzten Reste eines traditionellen Glaubens.

Was ist nur los in der Menschheit!?
Rudolf Steiner führt in seinem Züricher Vortrag aus:
„Man kann durch Naturwissenschaft auf solche Dinge nicht aufmerksam machen, denn naturwissenschaftlich würde erklärbar sein, wenn die Menschen Engel werden, und würde es auch sein, wenn die Menschen Teufel werden. Über beides hat die Naturwissenschaft dasselbe zu sagen: Es ist das Folgende aus dem Früheren  hervorgegangen – die große Weisheit der Kausal-Naturerklärungen! Die Naturwissenschaft wird nichts bemerken von dem Ereignis, von dem ich Ihnen gesagt habe, denn sie wird selbstverständlich, wenn die Menschen zu halben Teufeln werden durch ihre sexuellen Instinkte, das als Notwendigkeit ansehen. Also naturwissenschaftlich kann die Sache gar nicht erklärt werden, denn, wie es auch kommt: alles ist nach der Naturwissenschaft erklärlich. Solche Dinge sind eben nur im geistigen Erkennen, im übersinnlichen Erkennen durchschaubar.“
Rudolf Steiner spricht 1918 immer wieder von einem bevorstehenden „Ereignis“, das er in früheren Vorträgen auf eine Zeit um das Jahr 1968 datiert. In der Tat ist in diesem Jahre etwas passiert, das der rechtskonservative Autor Karlheinz Weißmann in meinen Augen zu Recht einen „Kulturbruch“ nennt. Insbesondere den damals – nach dem „Summer of Love“ im Jahre 1967 – auftretenden und bei den Jugendlichen um sich greifenden „Hedonismus“ sehe ich als wesentlichen Teil dieses Kulturbruchs. Er führte direkt in die Spaß-Gesellschaft, die wir heute auf der ganzen Welt haben.
Rudolf Steiner deutet auch diese Entwicklung in seinem Vortrag bereits an, wenn er sagt:
„Sehen Sie, gewisse geistige Wesenheiten erlangen ja ihre Entwicklung durch den Menschen, indem sich der Mensch mitentwickelt. Die Engel, die in dem menschlichen astralischen Leibe ihre Bilder entwickeln, entwickeln diese Bilder natürlich nicht als Spiel, sondern damit etwas erreicht wird. Da aber das, was erreicht werden soll, gerade innerhalb der Erdenmenschheit erreicht werden soll, so würde ja die ganze Geschichte zum Spiel, wenn die Menschen, nachdem sie die Bewusstseinsseele erlangt haben, bewusst die ganze Sache außer Acht ließen. Es würde das ganze zum Spiel! Die Engel würden nur ein Spiel treiben in der Entwicklung des astralischen Leibes des Menschen. Nur dadurch, dass das sich in der Menschheit verwirklicht, dadurch ist es kein Spiel, sondern Ernst. Daraus aber werden Sie entnehmen können, dass die Arbeit der Engel unter allen Umständen ernst bleiben muss. Bedenken Sie, was das wäre hinter den Kulissen des Daseins, wenn die Menschen einfach durch ihre Schlafmützigkeit die Arbeit der Engel zum Spiel machen könnten!“
So ist Politik im Anschluss an die „sexuelle Befreiung“ unter dem Einfluss der Alt-68er zu einer Spaßveranstaltung geworden, wie es im letzten Sommer (2017), exakt 50 Jahre nach dem „Summer of Love“ zum Ausdruck kam, als der deutsche Bundestag nach einer positiven Stellungnahme der Bundeskanzlerin über die „Ehe für alle“ abstimmte, die größte begriffliche Perversion seitdem ich deutsche Politik verfolge[2], und eine Mehrheit dafür bekam. Als die Abstimmung im Parlament zu Ende war, ging ein Konfetti-Regen über unsere Volksvertreter herab. 
Seitdem Deutschland diese Möglichkeit unterstützt, kann ich diese Republik nicht mehr ernst nehmen!
Eine indirekte Folge dieses sexuellen Hedonismus ist für mich die Gruppenvergewaltigung von Freiburg.

Heute bin ich einmal wieder in der Menschenweihehandlung gewesen. 
Die Perikope dieses Sonntags steht im 3. Kapitel der Offenbarung des Johannis, jene berühmte Stelle, wo von der „Synagoge des Satans“ die Rede ist. Die Stelle steht in dem sechsten Sendschreiben, das an die Gemeinde von Philadelphia gerichtet ist. Rudolf Steiner hat die sieben Sendschreiben auf die sieben nachatlantischen Kulturepochen bezogen. Das sechste Sendschreiben entspricht also der nächsten Kulturepoche, deren Träger der slawische Volksgeist sein wird. Dann wird eine Brücke gebaut werden zwischen den Lebenden und den Toten und die Menschen werden durch die Umwandlung des Astralleibes durch das Ich das Geistselbst errungen haben.
Die Stelle lautet:
„Und dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia (=Bruderliebe) schreibe: das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf: Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort behalten und hast meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich werde geben aus des Satans Synagoge, die da sagen, sie seien Juden, und sind’s nicht, sondern lügen; siehe, ich will sie dazu bringen, dass sie kommen sollen und niederfallen zu deinen Füßen und erkennen, dass ich dich geliebt habe. Weil du bewahrt hast das Wort von meiner Geduld, will ich auch dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die da wohnen auf Erden. Siehe, ich komme bald; halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme! Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!“

Hier höre ich wieder von den „Angeloi“.
Natürlich sind die Sendschreiben keine Briefe im materiellen Sinn, sondern Botschaften der Engel an die Gemeinden. Philadelphia war eine griechische Gemeinde, in der damals viele Juden lebten. Der Schreiber unterscheidet zwischen guten und bösen Juden. Schon damals gab es diese beiden Gruppen von Juden. Die guten haben das Wort Christi aufgenommen und werden die himmlische Krone erhalten, die anderen werden niederfallen vor Christus und erkennen, dass er auch sie geliebt hat.
Es ist eine ähnliche Aussage wie jenes Wort, das die Juden riefen, als sie den Jesus von Nazareth ans Kreuz wünschten: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ Dass das Blut Christi eines Tages auch sie rein waschen werde und der Vater ihnen vergibt, weil sie nicht wussten, was sie taten, habe ich erst neulich gelernt.
Gott lässt auch das Böse zu, um es eines Tages zu erlösen. In diesem Sinne verstehe ich auch Lenin, Trotzki, Hitler und all die großen Diktatoren, die den „ganzen Weltkreis versuchen“ mussten.
Interessant ist, dass heute auf Facebook ein Beitrag von Thomas Klatt zum Gründer der Christengemeinschaft veröffentlicht wurde, der bereits am 23. März 2018 auf der Online-Seite des Deutschlandfunks erschienen ist: Der Titel: „Friedrich Rittelmeyer, der erste christlich-anthroposophische Bischof Deutschlands.“[3]
Auch wenn es dem Autor Thomas Klatt offenbar noch schwer fällt, die „Menschenweihehandlung“ in ihrer tiefen Spiritualität zu erfassen, so steht er ihr doch erstaunlich offen gegenüber.
Genauso ist es bei dem Autor Wolfgang Müller, der in der Wochenendausgabe der TAZ vom 20. Oktober 2018 unter dem Titel „Ein Weltbild von gestern?“ einen recht positiven Beitrag über Anthroposophie brachte.[4]
Rückt angesichts des bevorstehenden Endes der großen Volksparteien und der spürbaren Hilflosigkeit der Kultur-Eliten gegenüber den großen Problemen der Gesellschaft (Trump, Finanzmärkte, Brexit, Europa, Flüchtlingskrise, Ukraine, Putin) eine Weltanschauung wieder in den Blickpunkt, die heute noch aktueller zu sein scheint, als vor hundert Jahren?

Ich könnte angesichts solcher kleinen Zeichen fast wieder ein wenig optimistisch werden…



[2] Ich betone hier noch einmal, dass ich nicht das Geringste gegen Homosexualität habe. Alle Sexualität ist für mich als intime Angelegenheit genauso Privatsache zwischen den sich liebenden Partnern wie die Religion, zu der man sich hingezogen fühlt. Sexualität oder sexuelle Vorlieben haben meiner Meinung nach nichts in der Öffentlichkeit, also auch nichts im Kino oder auf der Straße zu suchen, wie beim „Christopher-Street-Day“. Sie gehen nur zwei Menschen etwas an.

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